Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

19JUN2026
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Ich sitze in der Achterbahn. Die Bügel sind verschlossen, die Musik spannungsgeladen, die Lichter blinken. Das Adrenalin schießt durch meinen Körper. Die Sekunden dehnen sich aus. Gleich geht’s los.

Und dann: Start. Von Null auf Hundert in Zweieinhalb Sekunden, hinein in Loopings, Drehungen und Schrauben. Für Zwei Minuten Zwanzig bin ich geflutet mit Euphorie. Alles andere rückt in den Hintergrund und ich genieße die Fahrt.

Die Fahrt endet leider immer viel zu schnell. Doch egal, ob ich davor gestresst war oder was mich sonst so beschäftigt hat: in diesen Momenten nach der Achterbahnfahrt bin ich glücklich. Ich lächle ganz von selbst. Fühle mich wie berauscht.Diese Zwei Minuten Zwanzig Adrenalinrausch, diese kurze und intensive Zeit, die haben was mit mir gemacht. Ich gehe nicht so raus, wie ich reingegangen bin. Diese Zwei Minuten Zwanzig hinterlassen Spuren.

Gott zu begegnen ist für mich manchmal wie eine Achterbahnfahrt. Von 0 auf 100 habe ich das Gefühl: Gott ist da. Gottes Gegenwart ist genauso wenig kontrollierbar, wie es eine Achterbahnfahrt ist. Aber intensiv.

Für diese ausgedehnten Minuten und Sekunden, in denen ich so intensiv Gott spüre, tritt Anderes zurück. Gedanken verstummen. Sorgen werden leise. Solche Momente lassen sich schwer festhalten. Sie dauern oft nicht lange. Manchmal ist es ein Lied oder ein Satz, der mich mitten ins Herz trifft.

Vielleicht sind Gottesbegegnungen oft genau so: kurz, intensiv und kaum in Worte zu fassen. Und doch reicht so eine kurze Erfahrung, um etwas in mir zu verändern. Ich gehe nie so raus, wie ich reingegangen bin. Ich habe mehr Hoffnung. Mehr Vertrauen. Und das bleibende Gefühl, dass Gott mit mir geht.

Und manchmal bleibt nach einer Gottesbegegnung ein Lächeln in meinem Gesicht. So, wie ich nach dem Achterbahnfahren gar nicht anders kann, als zu lächeln.

Die Achterbahnfahrt dauert nur Zwei Minuten Zwanzig, das Gefühl danach bleibt länger. Vielleicht ist das bei Gottesbegegnungen ähnlich. Sie lassen sich nicht festhalten, nicht planen und auch nicht erzwingen. Aber manchmal berühren sie mich für einen Augenblick so tief, dass etwas davon bleibt. Hoffnung, Vertrauen. Oder einfach das Gefühl: Gott ist bei mir.

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