SWR3 Gedanken

20JUN2026
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Maria ist knapp dreißig und hat gerade den Bauernhofbetrieb ihrer Eltern übernommen. In der Zeit von April bis August steht sie immer wieder morgens früh um drei auf.

Wenn der Jäger sie braucht, dann ziehen sie zusammen los und suchen Rehkitze. Die verstecken sich gerne im hohen Gras am Waldrand. Wenn die Bauern im Ort ihre Felder mähen möchten, dann kommen die beiden mit der Drohne samt Wärmebildkamera. Denn kein Bauer möchte ein kleines Rehkitz in seine Mähmaschine bringen.

Bei Maria mache ich mit meiner Familie schon seit Jahren Urlaub. Als sie mir erzählt, wie oft sie dieses Jahr schon für die Rehkitzrettung unterwegs war, strahlen ihre Augen. Sie erzählt, wie sie ins meterhohe Gras steigt und sich vom Jäger zum kleinen Kitz navigieren lässt. Vor wenigen Wochen hat sie ein Kitz gefunden, das war keine drei Tage alt.

Warum ich das erzähle?

Weil ich fasziniert davon bin, was Menschen alles Gutes tun! Und wie kreativ und einsatzbereit sie dabei sind.

Natürlich macht Helfen auch einfach Spaß, und viele brennen so richtig für eine Sache.

Und genau deswegen nehmen sie so große Unannehmlichkeiten dafür in Kauf. Sie stehen mitten in der Nacht auf oder nehmen eine Menge Geld in die Hand, manche werden auch blöd angeschaut oder sogar beleidigt.

Wenn sie vielleicht Demos organisieren oder im Repair-Café an kaputten Toastern basteln. Manche lassen sich auch zum Rettungsschwimmer ausbilden oder gründen eine Stiftung. Andere chatten mit Jugendlichen, um ihnen aus der Einsamkeit zu helfen. Und Maria steigt frühmorgens in meterhohe Wiesen und rettet kleine Rehkitze.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44615
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