Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

16JUN2026
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Ich staune immer wieder über Jesus. Diese Hoffnung möchte ich haben! Hoffnung für die Welt, Hoffnung für alle Menschen und jeden einzelnen Menschen. Er gibt uns einfach nicht auf!

Jesus ist als Sohn Gottes mit der Hoffnung in die Welt gekommen, die Menschen zu verändern. Weil er wusste: Das könnte was werden! Das traut er uns Menschen zu, dass wir mit Gott, also gut leben können. Er hat sein Leben gegeben, damit das möglich ist.

Ich will mir da gern eine Scheibe abschneiden. Ich bin manchmal am Rand der Resignation. Erbstreitigkeiten machen ganze Familien kaputt, weil keiner nachgeben kann. Am Arbeitsplatz wird boshaft gelästert, bis die Angegriffenen weggemobbt sind. Und gleichzeitig fühlen sich alle doch moralisch so überlegen… Und ich bin da nicht immer eine Ausnahme.

Und Jesus? Er traut uns Menschen zu, dass wir uns verändern lassen. Auch heute noch. Er sagt: „Das könnte was werden!“ Was lässt ihn hoffen? Seine Liebe. Diese Liebe ist ausdauernd. Sie gibt nicht auf. Alles erträgt sie, in allen Umständen vertraut sie, alles hofft sie und alles hält sie aus (1.Korinther 13).

Was Jesus mit Hoffnung gefüllt hat, war seine Liebe. Wenn ich Menschen und die Welt aufgebe, wenn ich also keine Hoffnung habe: Könnte es sein, dass ich einfach mehr Liebe brauche?

Ist es so einfach? Wer liebt, kann hoffen. Doch es ist eigentlich sogar noch besser: Wer geliebt ist, kann hoffen. Ich glaube, genau das ist der Punkt. Weil Jesus, weil Gott mich liebt, traut er mir zu, dass ich selbst auch liebe, und, dass ich selbst auch Hoffnung habe. Ich komme in diesen Kreislauf der Liebe und der Hoffnung hinein. Weil ich geliebt bin! Gott hat bereits, so heißt es, durch seinen Lebensatem die Liebe in unsere Herzen ausgegossen (Römer 5,5).

Bin ich naiv? Vielleicht – ein bisschen. Aber was sonst soll unsere Hoffnung sein? Ich will nicht, dass alles so bleibt, wie es ist. Ich möchte gern mehr Mitmenschlichkeit, ich möchte gern mehr Verzichtbereitschaft bei denen, die etwas haben. Ich möchte gern mehr Lebensqualität bei denen, die leiden und hungern und gequält werden. Ich möchte gern weniger sinnloses Sterben und mehr sinnstiftendes Leben. Ist das naiv? Aber was sonst soll unsere Hoffnung sein?

Gott hat durch seinen Lebensatem die Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Und die Liebe ist ausdauernd. Sie gibt nicht auf. Alles erträgt sie, in allen Umständen vertraut sie, alles hofft sie und alles hält sie aus. So könnte es was werden mit uns Menschen.

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