SWR Kultur Wort zum Tag

18JUN2026
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Was haben der Katholikentag und der Eurovision Song Contest gemeinsam?

Mehr, als man vielleicht denkt: Beides hat vor vier Wochen stattgefunden. Und ich war wirklich skeptisch: Was ist schon der Katholikentag im Vergleich zu einem internationalen Musikspektakel?

Als ich dann in Würzburg beim Katholikentag mittendrin war, bin ich der Sache ein bisschen auf die Spur gekommen: Wie in Wien beim Song Contest sind auch in Würzburg Leute zusammengekommen, um zu feiern, wovon sie überzeugt sind: friedlich zusammen zu sein trotz aller Unterschiede.

Mir kommt rund um den Eurovision Song Contest, der im Volksmund einfach ESC heißt, immer sofort der Song in den Sinn, mit dem Deutschland zum ersten Mal den Wettbewerb gewonnen hat: „Ein bisschen Frieden“. Nicole mit ihrer weißen Gitarre und der Botschaft vom Frieden mitten im Kalten Krieg.

Es ist doch verrückt: Heute, so viele Jahre später, ist das Lied leider wieder total aktuell: bei all den Despoten, die meinen, dass es miteinander nicht geht und über andere herfallen. Bei all den Populisten, die Ängste schüren und mit scheinbar einfachen Lösungen Menschen auseinanderbringen, statt zusammen. Dass das mit dem Frieden nicht so leicht ist und vor allem nicht selbstverständlich, haben die Diskussionen gezeigt, die es im Vorfeld des ESC rund um die Teilnahme Israels gab.

Für den Frieden müssen wir unsere Stimmen erheben. Und das ist sowohl beim Katholikentag als auch beim ESC passiert. In Würzburg ganz konkret mit vielen Aktionen und Gesprächen. Und beim ESC werden die Stimmen beim Singen erhoben und natürlich beim Abstimmen.

Ein anderes Beispiel, bei dem wir unsere Stimmen für den Frieden erhoben haben, da war ich dabei. Das war bei einem anderen Katholikentag. Da gab es einen Flashmob, also eine spontane Aktion, bei der Menschen zusammenkommen und irgendwas zusammen tun. Wir haben kurzerhand Zettel verteilt: Freitag, 13 Uhr, Schlossplatz - wir singen „Ein bisschen Frieden“.
Es sind echt viele wildfremde Menschen zusammengekommen und haben spontan miteinander gesungen. Danach sind wir alle wieder auseinandergegangen. Als wäre nichts gewesen. Aber es war etwas passiert: einen Moment lang waren wir verbunden durch die Musik, und dass wir uns alle so sehr den Frieden gewünscht haben.

Das ist die Botschaft vom ESC und dem Katholikentag: friedlich zusammen sein und zusammen feiern. Zusammenhalten - das zählt. Das ist „ein bisschen Frieden“ – und den brauchen wir – mehr denn je. Und dafür gibt’s von mir auf jeden Fall 12 Punkte.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44588
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