SWR3 Gedanken

11JUN2026
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„Mamaaa!“, ruft der kleine Junge superlaut und aufgeregt auf dem Spielplatz. „Mama, siehst du, was ich kann??“ Und springt auch schon los, von der zweiten Sprosse des Klettergerüstes. Gar nicht hoch ist das, aber für in ihn gerade ein Meilenstein.

Mit wild rudernden Armen und fröhlichem Gequietsche landet er sicher im Sand. „Hast Du gesehen, Mama, hast Du?!“ – Egal ob wir kleine Kinder oder gestandene Erwachsene sind – gesehen zu werden, ist etwas ganz Besonderes. Und so wichtig. Und nicht nur, wenn wir gerade etwas Besonderes machen oder schaffen. Sich nicht gesehen zu fühlen - ein schlimmes Gefühl. Wenn mich jedoch jemand wirklich sieht, dann tut das so gut. Und meint dann auch, dass mich jemand richtig wahrnimmt. Komme ich beschwingten Schrittes daher? Oder hängen meine Schultern, abgespannt und müde? Liegt mir ein fröhliches Lächeln auf dem Gesicht, oder funkeln meine Augen vor Wut? Schaffe ich gerade alles, was mir das Leben aufgibt? –

In einem Segenswort heißt es: „Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.“ Zweimal ist hier die Rede vom Angesicht. Von Gottes Angesicht. Davon, dass er dich ansieht. Gott sieht dich - wirklich und wahrhaftig. Nimmt Dich wahr, mit allem, was du mitbringst, mit allem was du kannst. Und auch, mit allem, was du nicht kannst, oder schaffst. Gott sieht dich. So, wie du bist. Und sein Blick ist liebevoll, und voll Verständnis, und sein Angesicht leuchtet, wenn er dich sieht. Das ist ein echter Segen: Auch wenn ich mich gerade vielleicht nicht gesehen und nicht wahrgenommen fühle. Gott sieht mich und dich. Immer. Und sein Gesicht leuchtet vor Freude. Was für ein Segen!

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