SWR3 Gedanken
Ein übervoller Terminkalender. Fast jede Minute verplant. Hier ein Treffen mit Freunden. Da ein Konzertbesuch, dann noch schnell zu einer Party, bei der alle wichtigen Menschen aus ihrem Bekanntenkreis auch sein werden… Dann wieder ab in die Arbeitswoche.
Leonie kann ungeplante Zeit nicht gut ab. Es muss immer etwas los sein, und vor allem – muss sie möglichst immer bei allem dabei sein. Noch was Neues, vielleicht besseres ausprobieren. Manchmal wird ihr selbst ganz schwindelig dabei. Da bleibt keine Zeit, um mal durchzuatmen. Um einfach mal auf dem Sofa auszuruhen. Oder nur so einen Kaffee auf dem Balkon in der Sonne zu trinken. Es könnte ja gerade anderswo was Großes, was Besseres passieren. Ohne sie. Manchmal kann sie dann aber all die vielen Treffen, Veranstaltungen, Partys gar nicht mehr richtig genießen. Ist sie in Gedanken doch schon beim nächsten großen Ding…
Für das, was Leonie um- und antreibt, gibt es einen Begriff. Fomo. Fear of missing out. Die Angst, was zu verpassen. Dabei ist ja eigentlich klar, dass man sowieso nicht alles mitnehmen kann. Und immer mal wieder was im Leben verpasst. Immerhin – es gibt mittlerweile auch schon den Gegenbegriff – die Jomo. Joy of missing out, also die Freude daran, auch mal was zu verpassen, nicht mitmachen zu müssen. Bewusst auf Events und Trends zu verzichten. –
Dass es eine gute Idee ist, sich für bestimmte Dinge Zeit zu nehmen, und dass im Zweifel nicht alles auf einmal geht, das wusste schon die Bibel. Denn da heißt es: „Alles hat seine Zeit (…) Weinen, lachen, klagen, tanzen hat seine Zeit; (…) behalten und wegwerfen hat seine Zeit; (…) lieben, hassen hat seine Zeit; Streit und Friede hat seine Zeit.“ (Prediger 3,1-8) – Und damit wird doch eigentlich klar: Hab keine Angst, was zu verpassen! Nicht alles geht, aber das, was für dich wichtig ist, wird seine Stunde finden! (…) Und dann kannst du dich richtig darüber freuen.
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