Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Ich kenne Menschen die gehen regelmäßig in den Wald und umarmen Bäume. Und ich kenne Menschen, die machen sich regelmäßig über solche Menschen lustig. Eigentlich schade. Denn, wenn ich im Wald spazieren gehe, dann geht mir auch das Herz auf. Und es ist vielfach wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Waldluft und der Waldspaziergang entspannend wirken und viele gesundheitsförderliche Aspekte haben.
Vielleicht ist das so, weil wir im Wald ganz besonders spüren, dass wir ein Teil von Gottes großartiger Schöpfung sind. Weil wir für einen Augenblick fühlen können, wie alles zusammenhängt.
Mir gibt das Stabilität, Sicherheit und Ruhe. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich dieses Gefühl noch verstärkt, wenn ich einen Baum umarme, der dort ganz sicher und ruhig steht. Bei den einen ist es der Wald. Andere erleben diesen Moment des erfüllten Seins beim Blick auf das Meer oder beim Wandern in den Bergen.
Die Augenblicke ganz Teil dieser wundervollen Welt zu sein. Ich glaube diese Augenblicke sind Gottesmomente. Momente in denen ich ganz mit und bei Gott bin. Geborgen in seiner Schöpfung und Liebe, eins mit mir und der Welt.
Ich werde zwar trotzdem in nächster Zeit wahrscheinlich keine Bäume umarmen. Aber ich wünsche allen, die im Wald spazieren, laufen oder gar Bäume umarmen, dass sie diese Augenblicke des Erfülltseins mit sich tragen in den Alltag.
Die Sicherheit und Ruhe mitnehmen, um die unruhige Welt um uns herum sinnvoll und hoffnungsfroh zu gestalten.
Ob Meer, Wald oder Berge - Jeder der ein bisschen Vertrauen, Ruhe und Hoffnung durch sein verbunden sein mit der Welt Gottes in unseren Alltag bringt, verändert diese Welt zum Guten.
Manchmal vermute ich fast, dass es bei diesen Menschen ist wie bei Bäumen. Man sieht sie auch in großer Verantwortung ruhig und sicher stehen und sie strahlen Stabilität aus.
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