SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

07JUN2026
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Im alttestamentlichen Jeremia-Buch heißt es von Gott: „Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm ..." (Jeremia 27,5).

 

Der Flügel einer Eintagsfliege ist ein zartes, transparentes Gebilde mit einem feingeäderten Netz. Ein Puma ist in der Lage, aus dem Stand heraus über fünf Meter hoch zu springen. Elefanten können Infraschall  (– das sind Töne unterhalb der menschlichen Hörschwelle, die sich kilometerweit über den Boden verbreiten)  – mit ihren Füßen wahrnehmen und mit Ohren- und Rüsselbewegungen miteinander kommunizieren. Mistkäfer schaffen es, mehr als das Eintausendfache ihres Gewichts zu stemmen, Adler vermögen eine Maus aus über 3 Kilometern Höhe zu erkennen, während ein Mensch nur 50 Meter schafft. 

 

Die Beispiele ließen sich schier unendlich fortsetzen. Unsere Mitgeschöpfe verdienen unseren Respekt. Nicht nur, wenn sie die Dimensionen eines Walfischs haben.

 

„Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen“, schreibt Paulus in seinem Brief an die Römer (1,20).

 

Wenn wir uns das bewusst machen, kann uns auch nicht gleichgültig sein, wie mit Tieren umgegangen wird: In den 30 Tagen, in denen das Land sich so rührend um den Wal Timmy sorgte, wurden bei uns rund vier Millionen Schweine geschlachtet und 58 Millionen Hühner. In der Ostsee werden täglich zwischen fünf und neun Millionen Fische kommerziell gefangen. Aber sie haben keinen Namen und bekommen keine Schlagzeilen in der Bild-Zeitung.

 

Ich verlese hier kein Manifest gegen Massentierhaltung und Tierquälerei, aber wir sollten wenigstens wissen, dass Menschen Verantwortung tragen – auch dort, wo keine Kamera und kein Politiker medienwirksam danebenstehen.

 

Es wäre einiges erreichbar, wenn Menschen erkennen, dass Tiere keine Sachen sind, sondern Geschöpfe – sehr oft mit übermenschlichen Kräften und außerordentlichen Fähigkeiten.

 

So viele Wunder, so viel Erstaunliches – das kann uns auch ein Hinweis sein auf „den Schöpfer des Himmels und der Erde", wie wir es im Glaubensbekenntnis aussprechen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44553
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