SWR4 Abendgedanken

08JUN2026
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„Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“. Immer wieder höre ich, wie in Gesprächen dieser Satz zitiert wird. Ich höre diesen Satz und denke: Das klingt schön, aber ist das auch wahr? Stimmt es denn, dass am Ende wirklich alles gut wird oder ist das nur eine billige Vertröstung?

So wie das Kinderlied „heile, heile Gänschen, es wird schon wieder gut“. Nur eben für Erwachsene. Doch als Erwachsener habe ich schon oft erlebt, dass nicht immer alles wieder gut wird. Im Leben kann so viel zerbrechen und manches kann nicht wieder geheilt werden. Da geht eine Ehe in die Brüche und die Partner erleben viel Schmerz und Leid. Da müssen Kinder erfahren, wie Vater oder Mutter schon früh sterben. Das tut unendlich weh und der Schmerz begleitet sie ein Leben lang. Ja und dann werden Menschen, die man liebt, unheilbar krank und es gibt keine Hoffnung mehr, dass sie eines Tages wieder gesund werden. 

Wird am Ende wirklich alles gut? Nein. Wenn ich damit meine, dass irgendwann in meinem Leben alles, was kaputt gegangen ist auch wieder hergestellt wird, dann stimmt der Satz nicht. Aber wenn ich an Gott glaube, dann kann ich diesen Satz trotzdem sagen. Weil ich eine Hoffnung habe, die über dieses Leben hinausreicht. Im letzten Buch der Bibel lese ich: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid oder Geschrei noch Schmerz werden mehr sein“ (Offenb. 21,4). Das ist meine Hoffnung: Wenn Gott diese Welt eines Tages vollenden wird, dann wird wirklich einmal alles gut. Bis dahin jedoch muss ich damit leben, dass es manches in meinem Leben gibt, das zerbrochen ist und auch zerbrochen bleibt. Bis dahin muss ich manchen Schmerz aushalten. Denn jetzt ist noch nicht alles gut. Vielleicht wird es das auch nie in diesem Leben. Aber bei Gott gibt es mehr als dieses Leben. Und darum kann ich leise, manchmal zaghaft und doch mutig hoffen, dass Gott es am Ende gut machen wird. Und dass das hier noch nicht das Ende ist.

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