Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Wie singt eine Kohlmeise? Oder wie hört sich eine Mönchsgrasmücke an? Ehrlich gesagt hatte ich davon bis vor ein paar Wochen keine Ahnung. Den Amselgesang hinter meinem Haus, den hab ich schon immer bewundert und genossen. Und ich erkenne vielleicht noch eine Taube oder eine Krähe an ihren Rufen. Aber ansonsten wusste ich bislang nicht viel von Vogelgesang. Dann hat vor ein paar Wochen bei einer Familienfeier eine junge Frau von ihrem Studium der Geoökologie erzählt und von ihrem Kurs über Vogelgesang. Sie hat mir eine App empfohlen, mit der sich Vögel ziemlich treffsicher anhand ihres Gesangs bestimmen lassen. Die hab ich mir runtergeladen.
Und seitdem bleibe ich jetzt ab und zu, wenn ich durch die Stadt laufe, abrupt stehen. Ich zücke mein Handy, starte die App und freu mich über die Vögel, die in meiner Umgebung unterwegs sind: eben zum Beispiel eine Kohlmeise oder eine Mönchsgrasmücke. Und ich versuche mir zu merken, wie sie klingen. Ein klein wenig kann ich sie jetzt schon auseinanderhalten, die Vögel in meiner Stadt und hinter meinem Haus.
Für mich ist diese Vielfalt der Vögel auch Teil der wunderbaren Schöpfung Gottes. Ich genieße sie. Und deshalb will ich sie schützen und bewahren. Ich hab meinen Balkon zum Beispiel jetzt sehr bewusst mit dem Ziel bepflanzt: Er soll Insekten und Vögeln gefallen. Es gibt ja Unterschiede bei Pflanzen, manche bieten weniger Insektenfutter, andere mehr. Und ich hab mal wieder einem Naturschutzverband eine Spende überwiesen dafür, dass sie sich einsetzen für den Vogelschutz, für weniger Pestizide in der Landwirtschaft und mehr Lebensraum für Vögel.
Seit ich die Vogelapp auf meinem Handy hab, fühl ich mich verbundener mit der Natur in meiner Stadt. Mit Kohlmeise, Amsel und Mönchsgrasmücke. Und ich fühl mich glücklicher. Das hat sogar eine Studie vor kurzem gezeigt: Den Vögeln lauschen macht Menschen glücklicher.
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