SWR3 Gedanken
Bald ist der sechste Todestag meiner Oma. Ich kann mich noch genau erinnern wie das damals war. Sie ist nachts gestorben. Es war in der Corona-Zeit und ich durfte sie vor ihrem Tod einige Tage lang nicht sehen. Als sie gestorben war, durfte ich nochmal zu ihr. Ich habe sie gesegnet. Ihr mit der Hand ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet und ein Gebet gesprochen.
Meine Oma hat an Gott geglaubt und daran, dass sie nach ihrem Tod bei ihm lebt. Sie hatte keine Angst vor dem Tod. Weil sie gehofft hat, dass es ihr bei ihm gut geht. Sie war alt und ihr Leben war schwer geworden. Bei Gott, so war ihre Hoffnung, gibt es kein Alter. Keine Schmerzen, kein Leid, keine Trauer.
Ich glaube das auch. Dass meine Oma jetzt bei Gott ist. Dass es ihr gut geht. Dass all das Schwere ihres Lebens keine Rolle mehr spielt. Das Schöne aber irgendwie noch präsent ist. So wie ich auch gerne an all das Schöne denke, das ich mit ihr erlebt habe.
In der Bibel wird das beschrieben, was meine Oma gehofft hat und an was ich glaube. Da steht: „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Ich vermisse meine Oma heute immer noch. Aber der Schmerz über ihren Tod ist anders geworden nach sechs Jahren. Heute fallen mir viele Sprüche ein, die sie gesagt hat. Manches sage ich mittlerweile selbst. „Und damit Juck“ hat sie immer gesagt, wenn etwas für sie beschlossene Sache war. Meine Oma ist jetzt bei Gott und damit Juck.
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