SWR3 Gedanken
Ein Dutzend Menschen, die alle gemeinsam bestattet werden. So eine Beerdigung gibt es jedes Jahr in Freiburg. Klingt erstmal tragisch, aber dahinter steht etwas sehr Besonderes.
Die Verstorbenen waren nämlich alle Körperspender. Sie haben ihren toten Körper der Medizin überlassen. Damit Studierende lernen können, wie der menschliche Körper funktioniert und später einmal Menschen behandeln und sogar Leben retten können.
Wenn jemand seinen Körper spendet, ist das vor allem für die Angehörigen oft nicht leicht. Denn nach dem Tod gibt es erstmal kein Grab. Kein Ort zum Trauern. Richtig Abschied nehmen können viele erst Monate oder Jahre später.
Deshalb ist die Gedenkfeier für Körperspender etwas ganz Besonderes. Da nehmen Angehörige, Studierende und Lehrende gemeinsam Abschied. Sie erinnern sich an die Verstorbenen, Studierende schreiben Texte und es wird Danke gesagt – für Menschen, die sogar nach ihrem Tod noch anderen helfen.
Ich bewundere alle, die dazu bereit sind. Mir selbst würde das schwerfallen. Dabei bin ich überzeugt, dass der Körper am Ende nicht alles ist. Vielleicht zeigt sich darin auch etwas ganz Wesentliches: Dass wir sogar über unseren Tod hinaus noch etwas weitergeben können.
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