SWR3 Gedanken
Der Papa von Ole steht neben mir am Sandkasten und meint genervt: „Oh man, die machen aber auch wirklich alles kaputt!“
Obwohl unsere Kinder erst zwei Jahre alt sind, haben sie ein erstaunliches Talent. Ihr Spezialgebiet: Dinge zerstören, die man gerade erst liebevoll aufgebaut hat: Sandburgen, Legohäuser, Türme aus Holzklötzen. Kaum steht das Ding einigermaßen – zack - macht einer der beiden kurzen Prozess.
Während ich so mit Oles Papa auf dem Spielplatz rumstehe und unsere Kinder munter Burg für Burg aufbauen und abreißen, kommt mir der Gedanke: Eigentlich ist das bei uns Großen gar nicht so anders.
Wir bauen uns auch ständig irgendwas auf: Beziehungen, Karriere, Fitness. Und tun dabei gern so, als würde das alles halten. Tut es aber nicht. Manchmal reicht ein Streit oder eine Nachricht. Eine Kündigung. Eine Knieverletzung. Und plötzlich fällt etwas zusammen, von dem ich dachte, es hält ewig. Vieles kann ich eben nicht festhalten oder kontrollieren.
Momente gehen vorbei. Kinder sind irgendwann nicht mehr klein. Und ein normaler Nachmittag auf dem Spielplatz, ist eben nicht selbstverständlich. Weil alles endlich ist, hat alles so einen unendlichen Wert.
Und während die nächste Sandburg einstürzt, sag ich zu Oles Papa: „Auch das Leben ist kaputtbar. Bevor also wieder irgendwo der nächste Abrissbagger anrollt, lass es uns genießen!“
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