SWR3 Gedanken

17MAI2026
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Ich hab ja eine Sympathie für Undercover-Christen.

Zum Beispiel Nadja. Sie schreibt auf Instagram Gedichte über soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Richtig gute Texte, die hängen bleiben. Das Besondere ist: Mit Kirche hat sie eigentlich nichts am Hut. Glaube spielt in ihrem Leben keine große Rolle. Und trotzdem denk ich mir: Das, was sie da schreibt, das ist christlicher, als so manche Predigt.

Oder Matze. Ein ehemaliger Kommilitone meiner Frau. Überzeugter Atheist. Aber er gibt einfach kostenlos Nachhilfe. Nicht, weil er an Gott glaubt, sondern einfach, weil er Schülerinnen und Schüler unterstützen will.

In der Bibel steht sinngemäß: Glaube soll nicht zur Show werden. Nicht laut und für andere. Sondern ehrlich und bescheiden. Nicht, um gesehen zu werden, sondern weil es von innen kommt.

Genau daran muss ich bei Nadja und Matze denken. Sie würden sich wahrscheinlich nie christlich nennen. Aber sie tun das, worauf es ankommt. Oder was Christinnen und Christen eben auch wichtig ist: Sie schauen nicht nur auf sich selbst. Sie reden nicht nur darüber, dass sich etwas ändern müsste. Sie machen einfach!

Vielleicht sind mir die beiden gerade deshalb so sympathisch. Und ich nenne Leute wie sie gerne Undercover Christen: Weil sie nicht glauben, aber trotzdem glaubhaft leben.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44439
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