Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

23MAI2026
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Ich bin zu einer Tagung gefahren. Das Tagungshaus lag wunderschön inmitten von Weinbergen; das Mittagessen war richtig gut. Das Zimmer, in dem ich zwei Mal übernachten sollte, war klein, aber fein. Die eigentliche Feuerprobe muss bei mir jedoch immer die Nasszelle bestehen, denn es gibt zwei Dinge, die ich auf den Tod nicht abkann: Erstens, wenn aus dem Duschkopf kein kräftiger Wasserstrahl kommt. Und zweitens, wenn es aus dem Föhn nicht richtig doll bläst. Leider ist der Wasserdruck echt enttäuschend; bei dem Rinnsal brauche ich ewig, um mir das Shampoo aus den Haaren zu waschen. Dafür ist der Föhn eine echte Wucht: Mit Wumms bläst er mir die Haare aus dem Gesicht. In Nullkommanichts sind sie trocken.

Ich bin begeistert. So, denke ich, muss das auch an Pfingsten gewesen sein. In Jerusalem vor 2000 Jahren. Als Gottes Heiliger Geist alle Traurigkeit und Ängste fortgeblasen hat, und plötzlich war da eine Energie im Raum, von der keiner wusste, woher sie auf einmal kam. Doch der Reihe nach; ich fange noch einmal an Ostern an: Jesus war tot; auf grausame Weise hingerichtet, ein furchtbarer Schock für alle, die in ihm einen großen Hoffnungsträger gesehen haben, der die Welt zum Guten verändert hätte. Dann haben plötzlich welche behauptet, er sei auferstanden, einige sogar, sie hätten ihn gesehen, er sei ihnen persönlich begegnet. Für die meisten klang das nach Spinnereien zur Traumabewältigung. 50 Tage waren seither vergangen. Zeit, in den Alltag zurückzufinden. In Jerusalem saßen sie zusammen, die Jüngerinnen und Jünger. Das Pfingstfest wollten sie dort noch mitnehmen und danach wieder jeder seiner Wege gehen. Und dann passiert das. Kommt der Heilige Geist. Fährt mit Macht durch die Reihen. Später haben sie es beschrieben als gewaltiges Brausen, als wären Feuerflammen im Raum.

Pfingsten als Urknall der Christenheit. Jesus ist fort, aber seine Kraft, seine Energie ist zurück. Sie spüren es deutlich. Etwas ergreift sie, reißt sie mit, gibt ihnen gewaltigen Aufschwung. Es heißt immer, Pfingsten sei ein unzugängliches Fest. Ich finde das nicht. Denn Kraft und Energie kann ich spüren.

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