Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

21MAI2026
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Ein Prepper, habe ich jetzt gelernt, ist ein Mensch, der darauf achtet, für alle möglichen Notfälle gut gerüstet zu sein. Prepper bereiten sich aktiv auf Krisen, Naturkatastrophen oder den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung vor. Sie legen Lebensmittelvorräte an, bauen Schutzräume, und manche stellen für sich sogar eine eigene Wasserversorgung und Energieerzeugung sicher, um notfalls autark überleben zu können. Prepper. Das englische Wort klingt auch schon so zupackend. To prepare heißt sich vorbereiten; be prepared ist der englische Pfadfinderruf: Allzeit bereit!

Ich überlege, wie gut ich selbst auf mögliche Katastrophen vorbereitet bin und stelle fest, dass ich eher nicht zur Vorratshaltung oder anderen Vorsichtsmaßnahmen neige. Nur während der Coronazeit habe ich mich auch von der allgemeinen Verunsicherung anstecken lassen und Sprudel und Toilettenpapier gehortet.

Aber schon die Energiekrisen der 70er Jahre und das aufkommende Problembewusstsein für Umweltverschmutzung in den frühen 80er Jahren haben Prepper hervorgebracht. Und heute sorgen die zahlreichen Erschütterungen einer lange als stabil geglaubten Weltordnung dafür, dass Menschen sich vermehrt Gedanken machen, wie sie drohende Katastrophen überleben könnten.  

Erfunden hat das Preppen aber eine biblische Gestalt aus dem Alten Testament mit Namen Josef. Der war ein gefragter Traumdeuter und stand beim Pharao von Ägypten in Dienst. Beunruhigend, was er über sieben fette und sieben magere Kühe zu sagen hat, die durch die Träume des Pharaos spuken. Sie stünden, so Josef, für sieben fette Jahre mit reichen Ernten und Korn und Brot im Überfluss, gefolgt von sieben mageren Jahren, in denen es praktisch nichts zu ernten und zu beißen geben würde. Der Pharao gerät in Panik; Josef hat die Lösung. Es schlägt die Stunde des ersten Preppers. Josef lässt große Vorratsscheunen bauen und zweigt so viel vom Überfluss der guten Jahre ab, dass man die schlechten damit gut überstehen kann. Ein weiser Mann, ein kluger Plan! Vor allem, denke ich, weil er die gute Vorsorge gesellschaftlich denkt und nicht auf den eigenen Bauchnabel beschränkt. So sollte es auch heute funktionieren.

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