Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
In der Mitte der Woche will ich ein paar Gedanken zur Mitte mit Ihnen teilen. Es sind viele, denn wenn man erst mal anfängt, drüber nachzudenken, kommt man schnell vom Hölzchen aufs Stöckchen; und so gibt es heute Morgen mal ein buntes Sammelsurium an Gedankensplittern. Ich hoffe, es ist auch für Sie einer dabei. Mittwochmorgen also. Mitte der Woche. Zwei Arbeitstage schon hinter sich gebracht, zwei noch voraus. Wenn’s gut läuft, ist heute alles im Gleichgewicht. Und wenn nicht: Irgendwann wird es zwölf Uhr Mittag sein. Dann ist der Tag seiner Höhe nah und wird seine Last bald hinter sich gebracht haben. Schon bald haben wir die Mitte des Jahres erreicht. Noch gut ein Monat bis zur Sommersonnenwende. Dann werden die Tage wieder kürzer. Dabei fängt der Sommer erst an. Mitte des Lebens. Irgendwann zwischen dem 40. Und 50. Lebensjahr; oft verbunden mit Krisenzeiten, irgendetwas kippt, gerät ins Ungleichgewicht. Lange ging alles bergauf, einem unsichtbaren Gipfel entgegen. Fragen tauchen auf: Habe ich erreicht, was ich erreichen wollte? Geht es ab jetzt nur noch bergab? Bin ich zufrieden, mit dem, was geworden ist? Und was kommt noch?
„Sie war der Mittelpunkt unserer Familie“ lese ich in vielen Todesanzeigen von verstorbenen Müttern; ja, meist sind es die Mütter, die eine Familie zusammenhalten gegen alle möglichen Fliehkräfte. Als Mitte des Universums galt lange die Erde. Noch heute sprechen wir davon, dass die Sonne auf- und untergeht. Dabei sind wir es, die sich drehen auf einem blauen Planeten durchs All. Zeitgleich mit diesen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen entdecken die Reformatoren im 16. Jahrhundert, Christus ist die Mitte der Heiligen Schrift und das Zentrum des christlichen Glaubens. Und wenn Du an Gott zweifelst oder gar verzweifelst, sagt Martin Luther, dann wende Dich dieser Mitte zu. Von Christus aus ordnet sich alles. Und schließlich finde ich in einem Lied die Bitte: „und mach die Mitte gut“. Diesen Mittwoch. Die Mitte des heutigen Tages. Die Mitte und die vielen Mittelpunkte des Lebens. Egal, welcher Gedanke Ihnen hängenbleibt. Ich schließe mich an: Gott, mach die Mitte gut.
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