SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

17MAI2026
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Ein verregneter Sonntagnachmittag, viel zu kalt für die Jahreszeit. Ich liege auf dem Sofa und mache etwas, das ich nicht wirklich gutheiße: Mitten am Tag schalte ich den Fernseher an und zappe mich durch die Mediatheken. Bei einer 16teiligen US-amerikanischen Serie bleibe ich schließlich hängen: „Das Haus David“ aus dem Jahr 2025. Was ganz Neues! Der Film erzählt die Geschichte vom Aufstieg des biblischen Hirtenjungen David zum König von Israel. Den biblischen Stoff lasse ich als Entschuldigung fürs nachmittägliche Fernsehen durchgehen – ist ja ein bisschen wie Gottesdienst. Inzwischen habe ich die ganze Staffel gesehen und warte sehnsüchtig auf das Erscheinen der nächsten. Wie das eben so ist, wenn es einer Verfilmung gelingt, einen in ihren Bann zu ziehen und für ihre Figuren einzunehmen.

Im Moment jedenfalls ist für mich klar: Es gibt keine spannendere biblische Gestalt als David. Um das Jahr 1000 vor Christus ist er Israels zweiter und wohl berühmtester König geworden. Dabei ist er am Anfang nur der jüngste von acht Brüdern eines Landwirts, meistens mit einer Herde Schafe unterwegs, irgendwo in der Steppe. Nicht im Blick, wenn es um wichtige Entscheidungen und die Vergabe von Posten geht. Wunderbar darum die Folge, in der der Prophet Samuel gerade diesen Außenseiter zum künftigen König salbt. Denn, so der biblische Begleittext, „ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.“ Wer wollte sich in diesen Worten nicht wiederfinden! Trotzdem ist der Weg auf den Königsthron für David noch mit vielen Hindernissen gepflastert. Weil er ein begabter Harfenspieler ist, wird er an den Hof des amtierenden Königs Saul geholt und ist dort als Musiktherapeut tätig. Seine Musik beruhigt und belebt den König, der an depressiven Stimmungen und aggressiven Schüben leidet. Seinen endgültigen Durchbruch schafft Davd, als er im Krieg gegen die Philister den bis an die Zähne bewaffneten Superhelden Goliath besiegt – mit einem einzigen Wurf aus seiner Steinschleuder. Der Kampf der ungleichen Gegner ist sprichwörtlich geworden, immer wenn sich ein völlig chancenloser Winzling gegen eine überwältigende Übermacht durchsetzen kann. Und natürlich gewinnt David schließlich auch noch die Hand der schönen Königstochter Michal. Aber sine Frauengeschichten werden erst in Staffel zwei erzählt. Ich kanns kaum erwarten!

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