Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Zu einem guten Frühstück gehört für mich ein Brot mit Honig. Wenn sich in meinem Mund die cremige Süße des Honigs mit dem Brot vermischt, dann kann der Tag kommen.
Und ich weiß natürlich, wem ich meinen morgendlichen Honig zu verdanken habe. Und wie wichtig die Bienen sind, nicht nur für meinen Honig. Sie bestäuben fast alle unserer Pflanzen, dass die jedes Jahr wieder wachsen. Damit sorgen sie natürlich auch dafür, dass es weiterhin so viele Pflanzenarten gibt. Die Biene ist wirklich ein Superinsekt. Und doch habe ich Bienenstöcke bisher eher gemieden, weil Bienen mir in großer Zahl unheimlich sind. Neulich hat mich aber ein Imker eingeladen, ihn zu seinen Bienenstöcken zu begleiten. Gegen meine Angst hat er mir einen Imkerschleier gegeben. Und dann hat er mich in die Stöcke reinschauen lassen und, was soll ich sagen, ich bin begeistert. Aus der Ferne hat es immer so ausgesehen, als ob die Bienen kreuz und quer und ohne Plan durch die Gegend fliegen. Doch je näher wir zu den Stöcken kommen, desto deutlicher sehe ich, dass sie anscheinend ganz genau wissen, wohin sie fliegen. Der Blick hinein in den Stock hat mir eine eigene Bienenwelt eröffnet. Dort gibt es Bruträume und Honigräume. In den Bruträumen wachsen neue Bienen heran und in den Honigräumen tragen die Bienen den Honig in die selbst gebauten Waben. Tausende Bienen arbeiten nebeneinander. Es summt und vibriert und der Stock verströmt einen wunderbaren Duft. Bis heute ist es noch nicht umfassend erforscht, woher die Biene genau weiß, welcher Stock ihrer ist und welche Aufgaben sie zu erfüllen hat. Ich sehe dieses geordnete Gewimmel und stimme ein in ein altes Gebet aus der Bibel: „Wie zahlreich sind deine Werke, Gott. In Weisheit hast du sie alle geordnet. Die Erde ist voll von deiner Güte.“ (Psalm 104, 24)
Genau das darf ich hier an den Bienenstöcken erleben. Mittlerweile traue ich mich auch ohne Schleier mit dem Imker an die Bienenstöcke heran.
Heute ist Weltbienentag. Wenn ich gleich mein Honigbrot zum Frühstück esse, bin ich besonders dankbar für das Wunder der Bienen. Wir brauchen sie, um zu leben.
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