SWR4 Abendgedanken

20MAI2026
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„Und diese Biene, die ich meine, nennt sich …“

Natürlich „Maja“! Die „sehr bekannte Biene“ ist nur ein Beispiel dafür, welch große Sympathieträgerinnen Bienen bei uns sind. Ich denke an Zeichentrickserien oder Kinderlieder, an ihren sprichwörtlichen Fleiß und natürlich darf an keinem Frühstücksbuffet der Honig fehlen. Bienen haben ein tolles Image.

Trotzdem sind sie in Gefahr. Einseitig betriebene Landwirtschaft führt dazu, dass viel zu viel Pflanzenschutzmittel gespritzt wird. Das schadet den Bienen. Es gibt in den Städten immer weniger Bäume und in den Gärten immer weniger Blumen. All das schwächt Bienen und macht sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Und so geht es nicht nur unserer beliebten Honigbiene schlecht, sondern auch den vielen Tausend Wildbienen-Arten. Um darauf aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Internationalen Welttag der Bienen erkoren.

Bienen – vor allem Wildbienen – sind unglaublich wichtig für unser Ökosystem. Sie bestäuben nicht nur ein paar Bäume und Blümchen, sondern auch das, was landwirtschaftlich angebaut wird. Sie sind deshalb für eine gute Ernte enorm wichtig. Ohne Bienen hätten wir nicht nur eine Brotaufstichs-Option weniger beim Frühstück, sondern überhaupt viel weniger zu Essen. Forschende schätzen, dass etwa ein Drittel der Nahrung, die weltweit produziert wird, davon abhängt, dass Insekten Pflanzen bestäuben.

Je mehr ich über Bienen lerne, desto mehr bringen sie mich zum Staunen: Sie bilden Staaten, in denen jedes Tier eine bestimmte Aufgabe hat. Bienenvölker überleben den Winter nur, weil sie sich zusammentun und sich gegenseitig mit ihrer Körperwärme vor der Kälte schützen. Und wie charmant ist es bitte, dass Bienen ganz individuelle Tänzchen aufführen, um einander mitzuteilen, wo es leckeren Nektar gibt. Sie können so ganz absolut präzise ausdrücken wie weit es zur begehrten Blumenwiese noch ist, und in welcher Himmelsrichtung man fliegen muss. Kommunikation durch Tanz, das finde ich einfach brillant!

Und Bienen haben es sogar in den wichtigsten katholischen Gottesdienst geschafft: Zu Beginn der Osternacht wird die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen, und dann wird ein Lob auf die Bienen gesungen, die mit ihrem Fleiß das Wachs dieser Kerze bereitet haben.

Wenn es schon morgens auf dem Balkon um mich herum summt und brummt, mache ich mir bewusst, wie sehr alles in der Natur miteinander verbunden ist. Wie genial sich das im Laufe der Jahrtausende aufeinander eingespielt hat. Ich spüre die riesige Verantwortung, die wir Menschen haben, mit dieser wunderbaren Schöpfung gut umzugehen. Und ich staune über Biene Maja und ihre Millionen Artgenossen. Die kleinen Geschöpfe Gottes begeistern mich!

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