SWR1 3vor8

10MAI2026
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„Die Hoffnung stirbt zuletzt“. So heißt ein beliebtes Sprichwort. Und irgendwie ist da ja auch was dran. Hoffen zu können, das hält am Leben. Und hoffen kann ich letztlich auf ganz verschiedene Dinge. Da kann die Hoffnung sein, eine schwere Krankheit gut zu überstehen, bei der ich noch nicht weiß, wie sie ausgeht. Ich kann hoffen, dass mir ein berufliches Projekt gelingt, in das ich schon viel Zeit und Herzblut gesteckt habe. Aber auch, dass die kriselnde Beziehung zu einem nahen Menschen sich schon wieder einrenkt. Solange ich hoffen kann, dass etwas gut ausgehen wird, so lange spüre ich auf jeden Fall Lebensenergie in mir. Das Tolle an der Hoffnung ist ja: Sie braucht nicht mal einen handfesten, beweisbaren Grund. Und dennoch ist Hoffnung auch kein Wolkenkuckucksheim. Um hoffen zu können reicht schon ein kleiner Anhaltspunkt, eine Ahnung vielleicht, dass es klappen könnte. Dass die medizinische Therapie wirkt, die neue Sendung im Radio gut angenommen wird, die Aussprache mit dem Partner der Beziehung einen neuen Kick gibt.

Hoffen, das ist für mich aber auch ein anderes Wort für Glauben. Hoffen zu können ist deshalb etwas, das zum Christsein unbedingt dazugehört. Ja, das vielleicht sogar eine Art Markenzeichen sein kann für einen Christen, eine Christin. Petrus, der ja so was wie der engste Vertraute von Jesus war, hat die frühen Christen damals aufgerufen: Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt. Seine Aufforderung, fast 2000 Jahre alt, gilt auch noch heute. Was also würde ich einem antworten, der von mir wissen will, worauf ich als Christ eigentlich hoffe. Drei Dinge würde ich aufzählen.

Ich würde antworten, dass ich zwar nicht beweisen kann, dass es einen Gott gibt. Aber dass ich darauf hoffe. Und dass diese Hoffnung der Kern meines Glaubens ist. Ich würde antworten, dass meine Hoffnung auch den Tod einschließt, und ich darauf vertraue, dass der nicht das letzte Wort sein wird. Weil mir dieser Gott Hoffnung gibt, dass da noch etwas kommt. Und schließlich hoffe ich auf Gerechtigkeit. Weil ich es sonst kaum ertragen könnte, wie viel Unrecht, Niedertracht und Gewalt es gibt, die hier auf Erden nie gesühnt werden. Eine Gerechtigkeit über den Tod hinaus. Auch die verbinde ich mit Gott. Glauben. Für mich ein anderes Wort für Hoffen. Eine Hoffnung, die nicht stirbt.

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