SWR3 Gedanken

Vatertag ist auch so ein komischer Feiertag. Ich meine, Hallo?!?!: Männerhorden, die mit Bollerwagen durch die Gegend ziehen und sich betrinken an einem Tag, der diese Männer als Väter feiert??? Wobei es ja eigentlich eine gute Idee ist: Menschen – Männer wie Frauen, die sich um ein kleines Lebewesen kümmern, – gehören gefeiert. Mütter und Väter, die Verantwortung übernehmen, gucken, dass ein Kind gut aufwächst, die versuchen, Vorbild zu sein, zu dem das Kind aufgucken kann. Aber an so einem Tag wird halt auch klar: Väter sind halt auch nur Menschen. Und Vater sein ist nicht einfach. Anspruch und Wirklichkeit fallen schon mal auseinander.
Christi Himmelfahrt ist auch so ein komischer Feiertag. Jesus sagt Tschüß, ich bin dann jetzt mal endgültig weg, fahre auf in den Himmel zu Gott. Zu seinen Anhängerinnen und Anhängern sagt er: Habt keine Angst, ich bleibe mit meinem Geist bei euch: Haltet euch einfach daran, wie ich gelebt habe, versucht, die Liebe Gottes in eurem Leben zu leben. Tja, nun aber sind Christinnen und Christen halt auch nur Menschen. Und die Liebe Gottes zu leben ist nicht einfach. Anspruch und Wirklichkeit fallen schon mal auseinander.
Trotzdem ist es gut, diese komischen Feiertage zu feiern: Vatertag, Christi Himmelfahrt. Denn wir bemühen uns und wir versuchen immer wieder, gute Väter (und Mütter) zu sein, unseren Kindern gerecht zu werden, Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen. Und auch Christinnen und Christen bemühen sich, versuchen immer wieder, die Liebe Gottes zu leben, die Liebe Gottes hier auf Erden ganz konkret erfahrbar zu machen. Und das, dass wir als Väter, als Mütter, als Christinnen und Christen uns bemühen und uns immer wieder dran machen – das ändert alles.
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