SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

14MAI2026
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In der Bibel wird dieses Ereignis, die Himmelfahrt Jesu, so beschrieben: 40 Tage nachdem Jesus an Ostern auferstanden ist, ist seine Zeit auf der Erde, seine irdische Zeit, also nun endgültig vorbei. Er verabschiedet sich von seinen Jüngern und wird in einer Wolke hochgehoben in den Himmel. Die Jünger schauen ihm nach, bis er verschwunden ist. Zwei Engel beobachten das alles und fordern die Jünger dann sinngemäß auf: „Was steht ihr da rum und guckt in den Himmel? Auf jetzt!“
Die Engel erinnern die Jünger damit an etwas, das Jesus ihnen schon vorher aufgetragen hatte: Geht los, raus in die Welt, erzählt von mir und von Gott. Und lebt so, wie ich es euch gezeigt habe. Redet mit den Leuten, kümmert euch um die, die ungerecht behandelt werden, und vergesst nicht, was Nächstenliebe bedeutet.
Christi Himmelfahrt ist deshalb so etwas wie ein Tag des Aufbruchs.

Ich finde, genau das ist heute überall zu spüren: An keinem anderen Tag im Jahr sind gefühlt so viele Leute draußen unterwegs, unter freiem Himmel. Und dabei vermischen sich christliche Bräuche und weltliche Traditionen: Die einen ziehen in einer Prozession mit Kreuz und Fahne über Wiesen und Felder, und bitten für eine gute Ernte und um den Segen für die Schöpfung. Die anderen haben den Bollerwagen vollgepackt, mit kühlen Getränken und Musikboxen. Sind stundenlang unterwegs, von einem Dorf zum nächsten - und feiern. Den freien Tag, die Freundschaft, was auch immer.

Ich habe Christi Himmelfahrt immer als einen friedlichen Tag erlebt. Einfach nur draußen zusammen unterwegs sein. Ohne große politische Debatten, ohne einander zu beschimpfen oder zu belehren. Das ist kein Zufall. Wenn Menschen aufbrechen und sich bewegen, auf denselben Straßen unterwegs sind, dann verändert sich was. Sie kommen einander näher. Ich denke, das hat Jesus gewusst. Und deshalb hat er seine Jünger angewiesen, sich nicht hinter Büchern zu verstecken, sondern eben rauszugehen, auf die Straße, zu den Leuten.

Ich werde heute wahrscheinlich mit dem Rad unterwegs sein. Von einem Fest, oder, wie man im Schwäbischen sagt, von einer Hocketse zur nächsten. Hier ne Rote essen, dort ein Stück Kuchen genießen. Und zwischendrin Leute treffen oder einfach auf ner Bierbank sitzen und in den Himmel gucken. Und dann wieder aufbrechen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Himmelfahrtstag, wo auch immer Sie heute unterwegs sind, und ganz egal ob mit Kreuz oder mit Bollerwagen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44374
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