SWR Kultur Lied zum Sonntag

03MAI2026
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Unser Lied zum Sonntag heute Morgen ist ein Gospel, der gefühlt schon immer da war. In ihm ist so viel Lebensfreude zu hören, aber auch Kämpfergeist. Und ich verbinde diesen Gospelsong mit einer wahren Kultszene der Filmgeschichte.

Im Film „Sister Act 2“ leitet Whoopy Goldberg alias Sister Mary Clarence ihren neu gegründeten Schulchor. Es ist ihr erster Auftritt bei einem Chorwettbewerb, sie singen „Oh happy day“ und der damals erst 15jährige Ryan Toby tritt als Solist auf. Die ersten Töne klingen noch schüchtern.

 

Oh happy day, o happy day,

when Jesus washed, when Jesus washed my sins away.

 

Und genau jetzt kommt im Film Whoopy Goldberg ins Spiel. Sie holt den jungen Ryan direkt neben sich und stimmt eine simple Tonübung an. Was erst irritiert, und dabei auch fast banal klingt, ist der entscheidende Schritt. Denn die leidenschaftliche Chorleiterin weiß, dass die jungen Leute vor ihr so viel mehr können! Sie müssen sich nur trauen! Es dauert nur zwei, drei Tonleitern lang, und schon klingt der traditionelle Gospel viel leidenschaftlicher.

 

                   Lalalalala (Wdh.)…

                   Oh happy Day, o happy Day,

                   when Jesus washed, when (my) Jesus washed my sins away.

                    

„Welch glücklicher Tag, wenn Jesus meine Sünden wegwäscht!“ Der Text ist alt, immer wieder wurde er bearbeitet. Und die berührendste Bearbeitung entdecke ich an der Stelle, die wir eben gehört haben. Wenn der jugendliche Ryan ganz spontan ein kleines Wort vor Jesus einfügt: „my“. „When my Jesus washed my sins away.“ Mein Jesus.

Menschen können sich viel mehr entfalten, wenn sie an sich ranlassen, was Gott verspricht. Dass Schuld bei ihm überhaupt keine Rolle mehr spielt, sondern nur, dass Gott jedem Menschen unendlich viel zutraut.

Hören Sie wie viel Schwung die Jugendlichen im Chor nun finden. Wenn sie zu klatschen beginnen und der junge Ryan dann in den höchsten Tönen regelrecht jubiliert.

 

He taught me how to fight an pray, fight and pray.

                   And he taught me how t live rejoicing every day.

Oh happy Day when Jesus washed…

 

Vor zwei Jahren haben sich die Schauspieler von damals 30 Jahre nach der Filmpremiere zu einem Wiedersehen getroffen. In den Videoaufnahmen sieht man einen Chor voller strahlender erwachsener Menschen. Sie alle werden sicher auch Tage erlebt haben, die ganz und gar nicht „happy“ waren. Das Leben lässt einen immer wieder kämpfen.

Aber Menschen können Kraft tanken, wenn jemand sie in ihrer Leidenschaft packt und was für ein Segen, wenn dann eine da ist, wie Sister Mary Clarence. Eine, die das aus mir herauskitzelt, Gott mir mitgegeben hat.

Welch „happy days“, wenn das gelingt!

 

 I´m talking about the happy days…

                   oh Happy Day!

                   

Quellen:        Oh happy day, Edwin R. Hawkins, Ryan Toby, Archiv-Nr. M0096012    01-004

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44359
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