SWR3 Gedanken

04MAI2026
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Es gibt Dinge, die rutschen einem immer wieder durch. Und wenn man ehrlich ist, passiert das täglich. Ich denk da an was, auf was ich echt nicht stolz bin: Wenn ich Menschen übersehe. Wie oft verliere ich den Blick für Andere – in meinem Job, als Lehrerin oder zu Hause mit den Kindern.

Das sind oft ganz einfache Momente: Wenn ein Schüler ein zweites Mal nachfragt: und ich nur schnell nebenher eine Antwort gebe, statt mir Zeit zu nehmen, bis er es wirklich verstanden hat. Oder wenn ich einen Witz meiner Tochter nur lächelnd abnicke, statt herzhaft mit ihr drüber zu lachen.

Ich weiß ja eigentlich, dass schon unscheinbare Reaktionen wahnsinnig viel ausmachen. Das bestätigt auch die Entwicklungspsychologie: Ich kann den Selbstwert eines Kindes aktiv stärken, indem ich das Kind anschaue, es beim Namen nenne oder mit Blicken auf seine Gefühle reagiere. Gesehen werden aktiviert direkt das Belohnungssystem im Hirn – ein kleines Lächeln, und schon wird Dopamin ausgeschüttet. So einfach!

Und mal ehrlich: Auch wir Erwachsenen brauchen das. Ich weiß ganz genau, wie gut ich mich fühle, wenn mich jemand lobt oder mir sagt: „Hey, schön dass du da bist!“ Solche Momente schießen mich immer direkt ins Dopamin-High – und das tut gut.

Es braucht nicht immer das lange Gespräch oder die perfekte Reaktion. Manchmal reicht schon ein witziger Spruch oder ein wissender Blick. Und dann hab ich es schon mehr geschafft: Einmal weniger ist mir ein Mensch durchgerutscht – und ich habe ihn gesehen.

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