SWR3 Gedanken

03MAI2026
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Es gibt Sätze, die klingen als wäre es das Einfachste der Welt. Aber so einfach ist es oft gar nicht! Sätze wie: „Da musst du drüber stehen.“ „Mach dir nichts draus.“ oder „Das ist doch normal heutzutage.“ Wie oft hab ich so was gehört. Ich soll doch drüberstehen, weitergehen, das, was passiert ist, einfach ignorieren.

Ich habe digitale Gewalt erlebt. Man hat mich beschimpft, beleidigt und aufs Übelste verflucht. Und auch, wenn digitale Gewalt im analogen Leben unsichtbar ist, hat sie mich wie ein brutaler Schlag in die Magengrube getroffen. Das ist nichts, was ich ausblenden kann. Es bleibt.. Irgendwo im Netz und damit auch im Kopf anderer und in meiner Magengrube. Echt furchtbar.

Klar, ich kann Dinge melden, anzeigen und wenn ich Glück habe, auch löschen lassen. Und trotzdem habe ich nicht die Kontrolle darüber, was über mich im Netz kursiert. Es macht einen wehrlos, dass andere bestimmen, was am Ende mich betrifft.

Umso verletzender fühlt sich dann ein Spruch wie „Mach dir nichts draus“ an. Als wäre digitale Gewalt nur ein Teil des digitalen Lebens, das man eben aushalten und abschalten könne.

Frauen wie Collien Fernandes sprechen nun öffentlich über ihre Erfahrungen. Collien geht offen mit ihrer Geschichte und ihren Verletzungen um. Sie zeigt: Digitale Gewalt ist real und es braucht unbedingt Gesetze und besseren Schutz.

Collien ist so mutig. Und sie macht deutlich, was so, so wichtig ist: Dass wir aufhören, von „drüberstehen“ oder „ignorieren“ zu reden, wenn es eigentlich darum geht, Menschen zu schützen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44348
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