SWR Kultur Wort zum Tag

30APR2026
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Vor einigen Wochen wurde bei unseren Nachbarn eingebrochen. Am helllichten Tag. Sie haben den Eindringling erwischt und festgehalten. Die Polizei war in wenigen Minuten da. Wir haben das alles hautnah mitbekommen. Es hat sich herausgestellt, dass der Einbrecher über eine nicht abgeschlossene Terrassentür ins Haus gekommen ist. Ehrlich gesagt: Ich lasse unsere manchmal auch unabgeschlossen - wenn ich nur schnell zum Briefkasten gehe. Oder Brötchen zum Frühstück hole.

 

Aber etwas hat sich jetzt fundamental geändert. Dass da jemand einfach in ein Haus eindringt, das habe ich mir irgendwie vorstellen können. Aber doch nicht im Nachbarhaus. Oder gar bei uns. Die Vorstellung „nicht bei mir“ -die ist jetzt weg. Wenn ich aus dem Haus gehe, bleibt keine Tür mehr so, dass jemand von außen einfach hineingehen kann. Ich schaue auch nach den Fenstern. Die müssen zumindest im Erdgeschoss geschlossen sein. Wenn jemand wirklich einbrechen will und womöglich die Gegend vorher ausspioniert hat, wird es am Ende wenig nutzen. Es ist eher so eine Art Schutzinstinkt, der durch den Einbruch geweckt worden ist. „Wenn der Hauseigentümer wüsste, wann ein Einbrecher kommt, würde er sich schützen und wach bleiben, um Schaden von sich und seinem Haus abzuwehren.“ Mit diesem Satz antwortet Jesus, als er gefragt wird, wann all das eintreten wird, was er ankündigt. Jesus spricht vom Kommen des Menschensohnes, von schrecklichen Ereignissen am Ende der Zeit. Ich könnte auch sagen, Jesus geht’s um die Zeit, in der es darauf ankommt, dass wir wissen, was wir zu tun haben. Was jetzt für uns dran ist.

 

Sein Rat lautet, dass wir wach und achtsam leben sollen. Eben wie ein Hausherr, der seine Augen offenlässt, um nicht von einem Einbrecher überrascht zu werden.  Mit offenen Augen und Ohren durch’s Leben gehen. Wachsam sein mit allen Sinnen. Darauf kommt es eigentlich jeden Tag an. Und in diesen herausfordernden Zeiten erst recht. Darauf achten, wie ich glaubwürdig leben kann. Wie ich den Gefährdungen der Demokratie und der Würde meiner Mitmenschen begegne. Wie ich merke, was nicht guttut. Mir. Und anderen. Selbstbestimmt soll ich leben. Und mit dem nötigen Vertrauen, dass es jemand gut mit mir meint. Ganz schön aktuell finde ich diesen Ratschlag von Jesus. Ich will ihn beherzigen. Und auch ein wenig besser auf mein Haus aufpassen.

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