SWR3 Gedanken
Eigentlich sieht sie ganz normal aus, diese Rose. Mit ihren gelben Blütenblättern im Zentrum, die nach außen hin rosa werden. Sie erinnert sie mich an so viele andere Sorten, die bald schon überall in den Gärten blühen werden. Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich andere Rosen schöner. Aber ihr Name, der macht schon einiges her: Gloria Dei, auch Friedensrose genannt.
Diese Züchtung gibt es erst seit 1945, also seit dem Jahr, in dem Zweite Weltkrieg endete. Als sich dann die Vollversammlung der UN im selben Jahr traf, um den Frieden zu sichern und einen neuen Weltkrieg zu vermeiden, bekamen alle Delegierten als Geschenk, Sie ahnen es: eine Gloria Dei.
Wenn Menschen vom Frieden erzählen, dann verwenden sie oft das Bild einer Blume, die langsam heranwächst. Für mich passt das so gut!
Frieden braucht Zeit. Bis ich ihn spüren kann, kann es sich quälend lang anfühlen. Und oft habe ich das Gefühl, dass alles, was andere oder ich dafür tun, umsonst ist. Und kein neuer Frieden aufblüht.
Doch bis aus einem kleinen Samenkorn etwas wächst, dauert es. Umso mehr freue ich mich, wenn ich dann auf einmal die ersten zarten, grünen Triebe sehen kann. Und wenn die Blume dann in voller Blüte steht, kann ich kaum glauben, dass etwas so Schönes mal so klein angefangen hat. So, stelle ich mir vor, wird es eines Tages auch mit dem Frieden sein. In meinem Leben und auf der Welt. Ich werde ihn sehen – weil er kommt!
So, wie die Blüten der Gloria Dei, deren Farben auch in diesem Jahr ganz sicher leuchten werden.
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