Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

29APR2026
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Als Imkerin liebe ich das Getummel an Insekten in diesen Wochen. In meiner Imkerei eilen die Bienen zu Obstbaumblüten, Hummeln brummen im Tiefflug durch den Garten, die ersten Wespenköniginnen bauen an ihren Nestern. Hornissenköniginnen habe ich noch nicht gesehen. Das ist inzwischen auch ein Reizthema. Neben der einheimischen Hornisse gibt es auch die asiatische Hornisse. Diese führt bei vielen Imkerinnen und Imkern zu einem erhöhten Puls. Der Hintergrund dafür ist, dass sie recht gerne Honigbienen fangen, um sie an den Nachwuchs zu verfüttern. Einheimische Hornissen tun das auch, sind aber im Vergleich weniger geschickt in ihrem Jagdverhalten.

Mich irritiert allerdings in welcher Art und Weise oftmals über die asiatische Hornisse gesprochen wird. Oft wird sie als die Verkörperung des Bösen dargestellt und als müsse sie mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Dafür wird dann gerne auch eine Wortwahl verwendet, als würden wir uns im Krieg befinden.

Ich denke, es tut gut einen Gang zurückzuschalten. Die asiatische Hornisse ist nicht auf eigenen Wunsch hier gelandet. Sie landete hier, weil wir über die ganze Welt hin Waren transportieren. Viele unserer Interessen lassen außer Acht, welche Konsequenzen sie für die Umwelt und Tiere haben. Aber wenn dann etwas durch uns durcheinandergeraten ist, gibt es schnell drastische Gegenmaßnahmen, die ähnlich kopflos anmuten.

Dabei glaube ich als Christin: Diese Schöpfung ist uns anvertraut. In der Bibel findet sich dafür der Begriff „hüten“ – der Mensch hat den Auftrag auf diese Welt aufzupassen.

Das heißt nicht – auch mit Blick auf die asiatische Hornisse: Hände in den Schoss legen. Im Gegenteil: Es braucht ein differenziertes Bild, vor allem eine unaufgeregte Diskussion und ein ausgewogenes Konzept, um ein Miteinander von Mensch und Natur zu ermöglichen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44316
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