SWR Kultur Wort zum Tag

25APR2026
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Influencer sein – davon träumen viele, vor allem junge Menschen: Wahrgenommen werden und viele Follower finden. Man möchte die eigenen Ideen verbreiten oder sich gut vermarkten, einen tollen Auftritt haben und damit möglichst auch Geld verdienen.

Natürlich ist es am Ende nicht so einfach unter den vielen wahrgenommen zu werden. Man muss schon etwas Besonderes aufweisen – cool rüberkommen, eine Sprache haben, die andere erreicht und eine Botschaft, die die Leute hören wollen.

Ich frage mich, ob wohl Jesus, käme er heute auf die Welt, sich auch als Influencer in den Sozialen Medien versuchen würde. Vielleicht schon. Er wollte ja Follower haben, Leute die ihm nachfolgen. Er wollte seine Botschaft rüberbringen. Und sich in Szene setzen, davor hat er sich mit seinen spektakulären Handlungen nicht gescheut.

Und doch gibt es einen großen Unterschied zwischen Jesus und den typischen Influencern von heute. Jesus ging es nicht um sich, um seine Person und seine Geltung. Jesus wollte nicht selbst groß rauskommen – ihm ging es um Gott. Seine Botschaft war: Gott ist ganz nah. Ihr könnt seine Gegenwart spüren, wenn ihr euch für ihn öffnet.

Jesus selbst war ganz erfüllt von Gott. Nicht künstlich inszeniert, sondern echt. Und diese Erfahrung wollte er mit anderen teilen. Denn er war überzeugt, dass das Leben gelingen und heil werden kann, wenn wir in Gottes Liebe eintauchen. Dadurch werden wir aus dem engen Ego-Korsett befreit. Wir werden mitfühlender und liebesfähiger und spüren eine tiefe Verbundenheit mit anderen Menschen.

Seine Follower – also seine Jünger – haben das immer wieder erlebt. Das Leben wird reicher, wenn Menschen ihr Herz öffnen. Wenn sie miteinander teilen. Wenn sie nicht ängstlich darauf schauen, besser zu sein. Wenn sie frei davon werden, ständig nur um sich selbst zu kreisen. 

Jesus war also weniger ein Influencer als ein Confluencer – er hat Menschen zusammengebracht und untereinander verbunden. Nicht um seine Macht und seinen Einfluss zu stärken, sondern um Frieden zu stiften.

Ich hätte gerne mehr solcher Confluencer, die Menschen verbinden und Gemeinschaft stiften. Die zum gegenseitigen Verständnis und Respekt beitragen. Sie dürfen dann gerne auch im Internet und mit vielen Followern unterwegs sein.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44312
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