SWR4 Abendgedanken
„Diese Wand fliegt raus. Hier wird dafür eine neue hochgezogen. Aus welchem Material soll die sein?“
„Welche Fliesen sollen, eigentlich in die Bäder und wer besorgt die?“
„Wir haben hier ein Problem. Vier verschiedene Höhenunterschiede im Boden – was soll wir machen?“
Solche und ähnliche Fragen haben mich im vergangenen halben Jahr zuhauf erreicht. Als Kirchengemeinde haben wir unser Kirchengebäude modernisiert und umgebaut. Auf einmal war ich als Pastorin voll im Baugeschäft. Unzählige Entscheidungen mussten gefällt werden.
Keine leichte Übung und auf dem ersten Blick eher ein außergewöhnliches Arbeitsfeld für eine Kirchengemeinde und vor allem für eine Pastorin. Und gleichzeitig auch wieder nicht. Schon Jesus nutzt das Bild vom Haus bauen, um seine Botschaft bildhaft rüberzubringen. Lukas erzählt diese Geschichte in der Bibel so: Jesus sagte zu den Menschen: »Wer zu mir kommt und meine Worte hört und sie befolgt – der ist wie ein Mensch, der ein Haus baute. Er hob eine tiefe Grube aus und legte das Fundament auf felsigem Boden. Als es nun Hochwasser gab, prallten die Wassermassen gegen das Haus. Doch sie konnten es nicht erschüttern – so gut war es gebaut. Aber wer meine Worte hört und sie nicht befolgt: der ist wie ein Mensch, der sein Haus ohne Fundament direkt auf die Erde baute. Als die Wassermassen dagegen prallten, stürzte es sofort ein und wurde völlig zerstört.« (Lk 6,46-49)
Jesus will den Menschen mit dieser Geschichte zeigen, dass es klug ist auf das richtige Fundament zu setzen – beim Hausbau und im Leben. Dieses Bild vom Haus bauen, ist eindrücklich und lebensnah.
Ich erinnere mich gut daran, dass mir diese Geschichte schon als kleines Mädchen total gut gefallen hat. Sie war leicht zu verstehen. In der Kinderbibel mit schönen Bildern untermalt. Und natürlich wollte keiner von uns Kindern zu den Dummen gehören. Dieses Fundament, das damals in mir gelegt wurde, hält bis heute.
Mein Glaube ist mir wirklich zu einem richtig stabilen Fundament geworden. Selbst in Krisenzeiten habe ich mich immer wieder darauf zurückbesonnen, dass ich da nicht allein durchmuss. Habe mich neu verwurzelt in meinem Fundament – auf Gott und meinen Glauben.
Im Rückblick wird mir klar: in meinen Krisenzeiten wurde ich von Gott ganz neu gestärkt. Mein Fundament wurde sozusagen ausgebessert. Doch wie bei einem echten Haus auch, braucht es eben immer wieder Instandhaltungsmaßnahmen. Zeiten, wo ich mich bewusst Gott zu wende. Wo ich abchecke, ob ich weiterhin auf gutem Fundament stehe. Und so bin ich dann hoffentlich gut gewappnet für den nächsten Sturm.
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