Begegnungen

12APR2026
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Lucas Zehnle Foto: Evangelisches Medienhaus Stuttgart

Pfarrerin Barbara Wurz trifft  Lucas Zehnle

Seit seiner Kindheit sitzt er im Rollstuhl – und das hat natürlich Auswirkungen auf seinen Alltag: auf ganz alltägliche Dinge, über die ich mir normalerweise gar keine Gedanken mache: Wo zum Beispiel die Bremse ist in seinem Auto:

Ich kann halt meine Beine zum Autofahren nicht benutzen.(...) Das behilft sich aber relativ leicht durch ein Auto mit Automatik. Es übernimmt die Schaltung komplett und ich fahr halt eben mit den Händen, also über Handgas und Handbremse und hab wie bei einem Traktor zum Lenken so einen Knopf auf dem Lenkrad. Und das war schon der ganze Zauber.

Lucas Zehnle ist ein sportlicher Typ Mitte dreißig. Und mit seiner frischen und offenen Art genau der richtige Hauptdarsteller für die neue Web-Serie „Wheel Life“ die kommende Woche an den Start geht. Geplant sind sechs Kurzfilme, produziert vom Evangelischen Online-Magazin Indeo – um auf unterhaltsame und niederschwellige Weise Einblick in die Perspektive von Lucas zu geben. Und die Produktion ist auch für Lucas die Gelegenheit gewesen, ganz neue Sachen auszuprobieren:

Also, wie ich Auto fahre, das weiß ich. Aber was es bedeutet, inklusive Mode zu gestalten, worauf man da guckt, was die wichtigen Faktoren und dann auch über die Bedarfe von einem Rollstuhlfahrer hinaus an an Kleidung gestellt werden (...) das war mir überhaupt nicht klar.

Dass es das überhaupt gibt - spezielle Mode für Menschen mit Beeinträchtigungen – auf solche Spuren bringt mich die Web-Serie „Wheel Life“. Oder auch auf die Frage, wie Rollstuhl-tauglich das Volksfest beim Cannstatter Wasen eigentlich ist. Im Kurzfilm auf Youtube klingt das dann so:

Herzlich willkommen zum offiziellen Barrierefrei-Wasen-Check. Wir gehen der Frage nach: Wie gut komme ich als Rollstuhlfahrer auf dem Wasen klar? Ich bin der Lucas – und jetzt geht’s los.

Bereits als Jugendlicher auf Ferienfreizeiten des CVJM und auch später, in seiner Zeit beim Jugendwerk hat Lucas ein Gespür dafür entwickelt, wie möglichst alle mitmachen können – ob mit Beeinträchtigung oder ohne. Auch später hat er sich mit Inklusion beschäftigt.

Am 14. April ist es soweit und geht die erste Folge von „Wheel Life“ online. Und wird im Internet zu finden sein auf Youtube, unter Indeon.de und auf den dazugehörigen Social-Media-Kanälen. Das erste Thema: Lucas` große Leidenschaft fürs Hand-Biking.

Die Folge, die wir jetzt gedreht haben übers Handbiken, hat tatsächlich dafür gesorgt, dass ich einigermaßen fit war im Radsport(...) Und plötzlich brauchten wir eine coole Szene in einem Rennen. Also habe ich an einem Rennen teilgenommen und es war sensationell.

In einer anderen Folge von „Wheel Life“ testet Lucas auf dem Cannstatter Wasen die Achterbahn. Und so hört sich sein Facit im Film dann an:  

Das war jetzt wirklich echt ne coole Begegnung, ein cooles Fahrgeschäft. Ich habe das noch nie so erlebt, dass man wirklich über ne Rampe zur Achterbahn fahren kann. Mir wurde auch Hilfe angeboten. Das hat echt Spaß gemacht, war cool.

Für Lucas Zehnle bietet „Wheel Life“ allen Interessierten die Chance, einmal seine Perspektive als Rollstuhl-Fahrer einzunehmen.

Also, es wäre natürlich spitze, wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer, wenn sie das gucken, genauso vieles noch mal lernen wie ich in den Folgen.

Um anderen einen Einblick zu geben hat Lucas Zehnle mitgemacht bei „Wheel Life“. Und hat dabei auch selbst profitiert:

Ich bin, glaub ich, derjenige, der am meisten gelernt hat und ich hab mich komplett drauf verlassen, dass ich eben gerne kommuniziere und gerne auch dann im Scheinwerferlicht stehe und dachte mir, ja, das muss reichen, wenn die mich wollen, ja, dann probieren wir das aus, es kann nichts passieren.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44242
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