Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

11APR2026
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„All‘ Morgen ist ganz frisch und neu. Des Herren große Gnad du Treu, sie hat kein End‘ den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“ Das sind Zeilen eines alten Kirchenliedes. Jetzt im Frühling, da fallen mir die alten Zeiten immer wieder mal ein: unterwegs mit meinem Hund quer über die Felder. Zum Glück manchmal auch, wenn es kein guter Morgen ist, und irgendwas anstrengendes und stressiges hat an meiner Seele nagt. Trotzdem fällt mir manchmal ein: „All Morgen ist ganz frisch und neu.“ Wenn ich, draußen, mit dem Hund, bergauf etwas aus der Puste komme und die frische Luft in den Lungen spüre. Oder weil der Himmel immer heller wird und der Tag allmählich zu leuchten anfängt. Ein neuer, frischer Morgen. Zeit – mir von Gott geschenkt, und die unberührt vor mir liegt wie mein Weg durch die Felder auf meinem Spaziergang.

Ich bin tatsächlich eher der schwermütige Typ. Auch vor ein paar Tagen hat mir das wieder zu schaffen gemacht - und da hat der Gedanke gutgetan: Des Herren große Gnad‘ und Treu, sie hat kein End‘ den langen Tag. Das hat mich ein Stück aufgerichtet. Den Kopf gehoben. Kopf hoch, und den Blick frei nach vorn richten. Und dann Schritt für Schritt.

Ich weiß nie genau, wie lange diese Ermutigung dann anhalten wird. Und wenn ich wieder eher schwermütig werde, dann erinnere ich mich kaum, wie sich das eigentlich angefühlt hat. Aber sehr wohl daran, dass sie da gewesen ist – und deshalb auch wiederkommen kann! Ganz besonders morgens, wenn es langsam hell wird und ein neuer Tag zu strahlen anfängt. Ein neuer, frischer Morgen. Zeit, die Gott mir schenkt und die noch ganz unberührt vor mir liegt. Und Gott ist treu, ist dabei, jedesmal, wenn ein neuer Tag anbricht. Und den ganzen langen Tag hat seine Gnade kein Ende. Seine Begleitung, seine Zugewandtheit zu mir und allem, was vielleicht gerade an der Seele nagt.

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