SWR3 Gedanken
Der Film “Das deutsche Volk” läuft gerade in der Mediathek von 3sat. Es geht darin um das Attentat in Hanau am 19.Februar 2020. Ein Rechtsterrorist hatte 9 Menschen ermordet. Nur deshalb, weil sie einen Migrationshintergrund haben. In dem Film lerne ich diese neun Menschen besser kennen. Weil die Hinterbliebenen von Hanau von ihnen erzählen.
Von Gökhan Gültekin,er fuhr seinen krebskranken Vater zweimal die Woche nach Frankfurt zur Chemotherapie - seine Eltern bedeuteten ihm die Welt.
Von Hamza Kurtović - er war gerade Fachlagerist geworden, hatte einen Job, mit dem er überglücklich war.
Von Said Nesar Hashemi - der an dem Abend mit seinem Bruder einfach nur Champions-League gucken wollte.
Von Sedat Gürbüz - seine Mutter sagt über ihn: “Wenn der Mörder Sedat gekannt hätte, er hätte ihn niemals ermorden können. Wo auch immer er hinging, er strahlte wie die Sonne.”
Von Ferhat Unvar - gerade war er Gas- und Heizungsinstallateur geworden, liebte Techno und Hip-Hop.
Von Fatih Saracoglu -sein Bruder sagt über ihn: Er war jemand, der viele Ideen hatte, der viel wollte, hat mich angetrieben, hat mich gefragt, was ich aus meinem Leben machen will.”
Von Vili Viorel Paun- er kam mit 16 Jahren aus Rumänien nach Deutschland und studierte in seiner Freizeit Italienisch, Spanisch, Englisch und Französisch.
Von Mercedes Kierpacz - Mutter von zwei Kindern, ihr Name Mercedes bedeutet: Barmherzigkeit.
Und von Kaloyan Velkov. Er arbeitete an dem Abend als Wirt in der Bar und hinterlässt eine Frau und einen Sohn.
Eine aktuelle Studie belegt. Rassistische Einstellungen verfestigen sich. Als Christ glaube ich aber: Jeder Mensch ist ein einmaliges Geschöpf Gottes und damit meine Schwester und mein Bruder. Egal woher er kommt, was er glaubt, wie er heisst. Rassismus ist Gotteslästerung.
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