SWR3 Gedanken
Die Schauspielerin Annette Frier steht für mich wie kaum eine zweite für Lebensfreude. Sie ist ja auch Komikerin. Aber in ihrem Leben war nicht immer alles lustig. Sehr früh hat sie ihren Vater verloren. Sie hat sich auseinandersetzen müssen mit der Endlichkeit auf dieser Erde. In einem Interview habe ich sie mal gefragt, ob sie glaubt, dass da nach dem Tod noch was kommt. Und ich fand ihre Antwort total stark: Der Tod , sagt sie, ist wie eine Haltestelle. Eine Haltestelle, an der wir aussteigen. Und dann wieder einsteigen. Weil es irgendwie weitergeht.
Wenn ich mit Leuten rede, die einen lieben Menschen verloren haben, dann werde ich immer wieder gefragt. Ob ich das echt glaube mit dem Leben nach dem Tod, mit dem Wiedersehen bei Gott. Und ja, ich glaube das. Wie das genau wird – da muss ich natürlich auch passen. Aber ich glaube: Mit dem Tod ist nicht alles vorbei. Und genau das feiere ich heute an Ostern. Deshalb ist mir dieses Fest so wichtig. So heilig. Nicht nur an diesem Wochenende.
Auch dann wenn ich an den Gräbern von Freunden stehe, die viel zu früh an dieser Haltestelle aussteigen mussten. Die ich vermisse. Von denen ich aber auch glaube: Gott holt sie an der Haltestelle ab - und dann geht es weiter, irgendwie. Das Bild von der Haltestelle - es gibt mir Halt und Hoffnung. Dass es meinen Freunden bei Gott gut geht. Und dass ich sie irgendwann wiedersehe. Frohe Ostern!
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