Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Wir alle sind aus Sternenstaub. Ja, wir Menschen stammen tatsächlich von Sternen ab. Manchmal passen Poesie und Wissenschaft doch zusammen. Und auch bei Wissenschaft kann einem schon einmal ganz poetisch zumute werden. Denn, liebe Sternenstaublerinnen und Sternenstaubler, wir bestehen zum allergrößten Teil aus Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff. Diese Elemente stammen aber wiederum aus längst erloschenen Sternen. Und als diese Sterne einstens explodiert sind, wurden zwar nicht wir, aber doch diese Elemente, unsere Ausgangsprodukte, als Staub ins Universum hinausgeschleudert – und landeten dann auch auf dem Klumpen, der einmal unsere Erde werden sollte. Auf der Erde wurden dann, ganz, ganz langsam und allmählich, zunächst viele andere Lebensformen und schließlich wir aus diesen Elementen zusammengebaut. Ich finde es sehr beachtlich, dass aus solchen elementaren Bausteinen im Laufe von Milliarden von Jahren das menschliche Leben entstanden ist. Wenn ich mir allein schon die großen Lieferwege und die lange Lieferkette anschaue!
Einer, der das Universum mit allem Drum und Dran, diesen Sternenstaub und damit letztlich sich selbst erforscht, ist Richard D’Souza. Er ist Priester und Astronom und der Direktor der päpstlichen Sternwarte. Für ihn gehören die Sehnsucht nach dem Jenseits und die Wissenschaft untrennbar zusammen. Und er findet, dass genau diese Sehnsucht die Menschen weltweit verbindet: Die Menschen in Indien, woher er kommt, mit denen in Europa, Amerika, Afrika, überall auf der Erde. Richard D’Souza erinnert daran, dass wir neugierigen Menschen von Anfang an ergründen wollten, was es mit unserer Herkunft auf sich hat. Schon die Bibel hat sich einen Reim darauf gemacht:
Am Anfang ist die Erde nichts als wüst und leer, tohowabohu. Dann: Es werde Licht. Dann Pflanzen und Tiere. Dann, als Teil davon, der Mensch. Was für ein Weg! Was für ein Wunder! Wie großartig, was aus Staub alles werden kann! Wie wunderbar, dass wir Sternenstaubler heute die Sterne betrachten.
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