SWR Kultur Wort zum Tag

14APR2026
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Das Leben geht weiter, nach jedem Fest, auch nach Ostern. Auferstehung, der Tod besiegt, da stellt man sich die Schar der Jünger eigentlich beschwingt vor. Kraftstrotzend, mutig voran, in einer nicht enden wollenden Feierstimmung. Die Realität sieht anders aus. Statt Konfetti gibt’s den Kater danach. Das Johannesevangelium präsentiert uns die Jünger nach Ostern weder als Superhelden noch als Sieger auf dem Treppchen.

Sie sind wieder bei der Arbeit. So richtig frisch sieht die nachösterliche Gruppe dabei nicht aus. Als sie sich am See Genezareth treffen, surfen sie nicht auf den Wellen des Erfolgs. Zum ersten Arbeitstreffen sind noch nicht einmal alle gekommen. Nur sieben der elf Jünger haben sich zusammengefunden.

Das Evangelium ist realistisch. Der Alltag ist hart und frustrierend. Manchmal hilft da die Rückkehr in den alten Trott. Die Jünger werfen die Netze aus, am See Genezareth wie eh und je. Sie fangen erst einmal: nichts.

Der Alltag ist mühsam, manchmal ist gar kein Erfolg zu sehen, trotz aller Anstrengungen. „Was habt ihr erreicht?“ fragt der auferstandene Jesus, als er in dieser Situation plötzlich bei den Jüngern auftaucht. Eine unbequeme Frage, worauf können sie verweisen - auf zerrissene Netze und Hoffnungen?

Worauf kann ich verweisen, wenn mich jemand so fragen würde, ganz direkt, wenn ich gerade mit leeren Händen dastehe. „Was hast du erreicht?“ Enttäuschte Träume, langweiliges Einerlei? Die Sache wird nicht besser dadurch, dass ich mir eigentlich alles schöner vorgestellt habe.

Manchmal bleibt nur eine ehrliche Antwort: „Nichts.“ „Nichts“, antworten die Jünger. Zumindest sind sie ehrlich. Ich selbst mache mir manchmal noch etwas vor. Nichts.

„Wagt es,“ sagt Jesus, „werft das Netz noch einmal aus“. Versuch´s noch mal, es gibt Hoffnung. Mag sein, es sind nicht alle gekommen, aber die, die da sind, die sind gut und wichtig, die packen mit an. Auf die, die da sind, kommt es an.

Sieben Jünger waren es damals, sechs zählt das Johannesevangelium mit Namen auf. Und der siebte... Ich meine, es ist kein Zufall, dass offen bleibt, wie dieser Jünger heißt. Jede kann hier ihren, jeder kann hier seinen Namen einsetzen. Und dazugehören.

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