Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Orgelkonzert in Maria Laach, dem bekannten Kloster in der Eifel, mittags um 12.00.
Es ist Fastenzeit.
Auf dem musikalischen Programm steht der Kreuzweg von Jean Marie Plum, ein belgischer Komponist, leider ziemlich unbekannt bei uns. Geboren 1899. Gestorben schon mit 45 Jahren.
Den 1. Weltkrieg hat er als Jugendlicher miterlebt. Vielleicht hat er deshalb sein Werk „Via crucis“ (Kreuzweg) den Opfern des Krieges gewidmet. Er kannte das Elend ja aus dem 1. Weltkrieg und erlebte jetzt grade den Beginn des 2. Weltkrieges mit.
Es sind 14 kurze Orgelmeditationen zu den Kreuzwegstationen. Kreuzwege gibt es in vielen Orten in der Natur, als Bildstöcke. Und sie hängen in vielen Kirchen, so auch hier in der Abteikirche in Maria Laach.
- Station: Jesus wird zum Tod verurteilt. Ich höre das in der Musik: fremdartig, traurig. 2. Station: Jesus nimmt das Kreuz. Dunkle Molltöne.
Dann: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz, ich höre sein Stolpern und Fallen.
Jesus begegnet seiner Mutter – hier wird die Musik weicher, freundlicher, wechselt in Dur.
Noch heller: Simon hilft Jesus , das Kreuz tragen. Die Erleichterung ist hörbar. Endlich die Last teilen, ein Freund geht mit.
Es wird dann musikalisch wieder dunkler bis zur Kreuzigung,
die Hammerschläge sind klar zu erkennen.
Nach der letzten Station: Jesus wird ins Grab gelegt, wird es jetzt leise und sanft an der Orgel. Der Organist hatte gebeten, dass Stille sein soll, kein Applaus.
Also gehen wir ruhig in den hellen Mittag und sicher nicht nur ich denke an die vielen Menschen, die heute, auch in dieser Stunde, schwere Wege gehen und Leid ertragen müssen.
Jesus half die Hoffnung auf seinen Vater. Das ist auch meine Hoffnung: egal, wie schwer das Leben manchmal ist: Gott sieht die Tränen und wird sie abwischen.
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