Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Heute ist Karmontag. Klar, das Wort gibt es nicht, aber die Karwoche hat angefangen. Manche sagen Osterwoche, weil sie schon Osterferien haben, aber es ist die traurige Woche, kar kommt von kara, das bedeutet weinen. Viele Menschen gehen in dieser Woche in Gedanken den Weg von Jesus mit, der am sogenannten Kar-Freitag ans Kreuz geschlagen wurde und gestorben ist.
Als Kinder fanden wir schon die Fastenzeit traurig, so ganz ohne Schoko, aber obwohl die Mutter ein Süßmäulchen war, verzichtete sie selbst auch.
Seit vielen Jahren ist fasten wieder in. In ganz unterschiedlichen Arten. Handyfasten, das machen viele, einfach nicht mehr so viel mit dem Handy spielen, sondern am richtigen Leben teilnehmen.
Oder 7 Wochen ohne, wie es die evangelischen Christen nennen: 7 Wochen ohne Alkohol – oder weniger Zigaretten – oder ohne missmutige Reden – in diesem Jahr:
ohne Härte.
Im Bistum Trier gibt es auch seit vielen Jahren das Auto-fasten. In diesen 7 Wochen so wenig wie möglich Auto fahren, lieber zufuß gehen oder Fahrrad oder Bus oder zumindest Fahrgemeinschaften bilden.
Ich kann es auch positiv fassen: 7 Wochen täglich 5000 Schritte gehen – oder täglich einen Anruf bei Bekannten machen und so Kontakte pflegen – oder jeden Tag 2 Euro in ein Marmeladenglas und nach Ostern einer Organisation spenden, der ich vertraue.
Es gibt 1000 Möglichkeiten, dem eigenen Leben eine andere Richtung zu geben.
Wenn es sich bewährt, kann ich es beibehalten.
Wenn es nach 7 Wochen zu schwer ist oder für mein Leben nicht geeignet, lasse ich es eben wieder.
Und wenn ich bis jetzt nix besonderes gemacht habe in dieser Fastenzeit, dann habe ich ab jetzt diese eine Kar-Woche, um heute damit anzufangen.
6 Tage anders als sonst, von heute bis Samstag.
Dann ist Ostern.
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