SWR3 Worte
Satire hat in autokratischen und diktatorischen Systemen einen schweren Stand. Der Comedian Bastian Pastewka hat eine Erklärung dafür, warum das so ist:
„Weil gute Satire die Schwächen der Machthabenden offenlegt. Über was Autokraten in der Regel nicht verfügen, ist Weitblick. Was daran liegt, dass sie in erster Linie an sich selbst denken. Sie begehen daher einen Fehler, den auch unbedarfte Zuschauerinnen und Zuschauer von Stand-up-Monologen manchmal machen: Sie nehmen das, was dort gesagt wird, wörtlich. […] Wenn es wirklich gut gemacht ist, dann nimmt das Publikum folgenden Gedanken mit nach Hause: ‚[…] War das jetzt so gemeint – oder war das nicht so gemeint?‘ Diese Uneindeutigkeit und der freiheitliche Gedanke dahinter, die mögen Autokraten nicht. Weil sie eigentlich nur eines interessiert: Wer ist für mich, wer ist gegen mich?“
Bastian Pastewka im Gespräch mit André Bosse, „Ich wünsche mir, dass wir keine Angst vor Satire haben“, in: Galore Interviews 75, 2/2026
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