SWR3 Gedanken

31MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Vor 15 Jahren war ich ganz tief am Boden. Das konnte man sogar sehen. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall. Was dazu führte, dass ich wirklich nur noch vornübergebeugt laufen konnte. Um nach vorne zu schauen, musste ich den Kopf heben. Schließlich musste ich operiert werden. Danach 3 Wochen Reha.

Natürlich gibt es in einer Reha ganz schön viel zu tun: Übungen, Behandlungen, Arzttermine, Informationsveranstaltungen. Aber dazwischen wollte noch konnte ich mich groß mit anderen Patienten unterhalten. Also lag ich oft in meinem Zimmer. Und auch wenn ich körperlich wieder einigermaßen aufrecht stehen konnte, fühlte ich mich doch weiterhin, tief am Boden.

Und da, ganz am Boden, drängten sich plötzlich viele Gedanken auf: Arbeit, Alltag, Familie. Alles wurde zu einem großen Problemklumpen, der mich nachts nicht mehr schlafen ließ.

Und weil ich nicht so richtig weiterwusste, gönnte ich mir, was ich sonst anderen gönne: Ein langes Gespräch mit einer Pfarrerin, einer Kurseelsorgerin. Die kam zu mir, saß bei mir am Bett und hörte sich meine Themen und Probleme an.

Als ich merkte, wie viel ich geredet hatte, habe ich kurz gedacht: Kein Wunder, dass dir die Bandscheibe rausgehüpft ist, bei so viel Kummer!  

Ich habe nämlich viel gefunden in der Tiefe meiner Seele und meiner Gedanken. Ich war unglaublich froh, dass mir die Kurseelsorgerin zugehört hat und dass sie dabei war, als ich für so Manches endlich Worte gefunden habe. Ich war nicht mehr am Boden. Die OP und das Zuhören haben mich wieder ein Stück aufgerichtet.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44121
weiterlesen...