SWR3 Gedanken
Fieses Regenwetter. Die Strecke mit dem Fahrrad ist viel zu lang und meine Klamotten sind nur bedingt regenfest. Und dann gibt es nicht einmal einen Kaffee bei dieser Besprechung.
Aber auf dem Laptop meiner Kollegin entdecke ich einen schönen gelben Sticker, als sie ihn aufmacht. Ich kenne diese Sticker, die kann man inzwischen überall auf der Welt finden: „Nett hier, aber waren sie schon mal in …“ wo? „in Geberlaune?“ Okay, das hatte ich jetzt nicht erwartet. „Waren sie schon mal in Geberlaune?“ Und ich muss zugeben, dass dieser Spruch meine Laune etwas hebt. Meine Kollegin merkt, dass ich den Sticker aufmerksam lese und fragt: „Und? Warst Du da schon mal?“
Ich muss nicht lange nachdenken und stelle mir Geberlaune wirklich als Ort vor. Sage sowas wie: „Da ist es schön und warm. Da blühen die Bäume und es gibt keine Allergien. Geberlaune ist das Land des Lächelns und der hilfreichen Hände, weil jeder weiß: Mir ist so viel geschenkt worden in meinem Leben. Ich habe in meinem Leben überhaupt gar nicht alles alleine hinbekommen, sondern so viele Menschen haben mir weitergeholfen, mich unterstützt, in meinem Leben, in meinem Beruf oder bei meinen Hobbys. In Geberlaune wissen alle: Dass ich lebe, war nicht meine eigene Idee.“
Als ich nach der Besprechung wieder zurückradele, hat der Regen aufgehört. Wenigstens für einige Zeit. Ich fahre beschwingt und denke: Mal sehen, wem ich jetzt begegne. Ich hätte jetzt Lust auf Geberlaune.
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