SWR3 Gedanken

29MRZ2026
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Ich liebe Achterbahn fahren. Ich leg mich in die Kurven, spüre bei Loopings und Schrauben kurze Moment der Schwerelosigkeit, und wenn es richtig steil bergabgeht, kann ich das Kribbeln im Bauch genießen.  

Vielleicht mag ich auch deshalb diese Woche, die vor uns liegt so.  Ich finde, die nächsten Tage, also von heute Palmsonntag, über Gründonnerstag und Karfreitag bis zu Ostersonntag bieten eine wahre Achterbahn der Gefühle, wenn man sich die Geschichte von Jesus anschaut. 

Denn: Heute ist der Tag, an dem Jesus nach Jerusalem kommt und bejubelt wird. Es geht aufwärts. Aber dann geht es Stück für Stück abwärts und so ein paar Loopings und Schrauben sind auch dabei. Da wird von Streit erzählt, davon, dass sich Jesus schweren Herzens verabschiedet, von Verrat und Versagen und schließlich kommt es zum Tod Jesu am Karfreitag. Da sind wir ganz unten angelangt. Ich kenne Achterbahnen, die sausen in ein Loch in die Erde!

Und dann, nachdem es stockdunkel war, wird man steil nach oben gerissen. Noch ein paar Schlenker und man bleibt stehen. Ostern! Halleluja!

Manche nennen diese Achterbahn der Gefühle auch: heilige Woche. Und für mich hat dieses Auf und Ab wirklich auch etwas Heiliges. Und ich freue mich, weil diese Woche auch mein eigenes Leben widerspiegelt: Dieses Auf und Ab kenne ich sehr gut. Ein Leben voller Hoffnungen und Bangen, ein Leben mit absoluten Tiefpunkten und unglaublich überraschenden Wendungen.

Und so, wie diese Woche nicht normal ist, ist es mein und unser Achterbahn-Leben auch nicht. Es ist heilig.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44119
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