SWR3 Gedanken
„Ich fürchte mich…“, sagt der Nachbarsjunge unruhig, als die Rede davon ist, dass er bald auf die weiterführende Schule kommt. Furcht kann ein mächtiges Gefühl sein. Anders als Angst hat sie ein ganz konkretes Gegenüber. Meistens ist sie kurzfristig, nichts, was sich länger einfrisst in Herz und Seele. „Ich fürchte mich davor, dass ich nicht zurechtkomme auf der neuen Schule. Und davor, dass ich nichts verstehe und keine neuen Freunde finde.“ Sagt der Nachbarsjunge. Und ich kann’s so gut verstehen. –
Furcht gehört zum Leben dazu – was aber, wenn sich die Furcht verhärtet? Wenn aus dem Be-Fürchten ein Dauerzustand wird? Wenn einer alles Neue fürchtet. Und es dann direkt vermeidet. Und andere Menschen von vorneherein kritisch sieht, weil, sie könnten ja nicht freundlich gesinnt sein…
„Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“ Hat Meister Yoda in Star Wars (Episode 1 – Eine dunkle Bedrohung) gesagt.
Na klar, das ist ein Film. Aber ganz unrecht hat er nicht. Wo Furcht sich verhärtet und zum Dauerzustand wird, da können tatsächlich Wut und dann auch Hass dazu kommen. Und dann verhärten sich Herz und Seele - und das ganze Leben.
„Fürchte dich nicht, denn ich, Dein Gott, bin bei Dir. Alle Tage.“ Das verspricht uns Gott. Und vielleicht ist es genau das, was gegen ein sich verhärtendes Befürchten helfen kann: Dieses „Ich bin bei Dir“. Das hat übrigens auch der beste Freund des Nachbarsjungen gesagt. Der zwar auf eine andere Schule geht, sich aber nach Schulschluss auf dem Nachhauseweg immer mit ihm getroffen hat. Gemeinsam haben sie gestöhnt, gelacht und sich durch die nicht leichte Anfangszeit durchgeholfen. Dieser gemeinsame Nachhauseweg, der war alles andere als ein dunkler Pfad. Fürchte Dich nicht, denn ich bin bei Dir. So nämlich!
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