SWR4 Abendgedanken
Mein Neffe und meine Nichte haben zum ersten Mal beim mir übernachtet. Die beiden sind fünf und acht Jahre alt. Es war ein toller Abend mit leckeren Dino-Nuggets zum Abendessen und einem gemütlichen Film samt Chips und Gummibärchen. Irgendwann war es Zeit ins Bett zu gehen. Im Vorhinein habe ich mich schon gefragt, wie das wohl klappt. Ob die beiden in einer fremden Umgebung gut einschlafen können, oder ob das Heimweh doch zu groß ist.
Gut schlafen zu können ist ein richtiger Segen. Wer dauerhaft schlecht schläft, weiß was ich meine. Ich jedenfalls fühle mich schon nach einer einzigen unruhigen Nacht am nächsten Morgen wie gerädert.
Es gibt eine christliche Heiligenlegende, in der rettet der Schlaf sogar Leben. Sie klingt erstmal ziemlich abstrus. Das ist typisch für Legenden, sie haben ja oft etwas Sonderbares an sich. Die Geschichte spielt im römischen Reich. Kaiser Decius herrscht über das Gebiet und ordnet an, dass die ganze Bevölkerung den römischen Göttern Opfer bringen soll. Eine Gruppe von sieben jungen Christen weigert sich dagegen. Sie wollen keinen fremden Göttern dienen. Deshalb lässt Decius die Sieben verfolgen. Auf der Flucht verstecken sich die jungen Männer in einer Höhle und bitten Gott um Hilfe. Gott lässt die Jungen tief einschlafen und wacht über sie. Bald finden die Soldaten das Versteck. Aus Ärger lässt der Kaiser die Höhle zumauern, denn die Gruppe soll bei lebendigem Leib begraben werden. Es vergehen ganze zweihundert Jahre, bis die Höhle ganz zufällig geöffnet wird. Und jetzt kommt das Abstruse: in diesem Moment wachen die jungen Christen auf. Sie sind nicht gestorben, sondern haben nur tief und fest geschlafen. Mittlerweile ist das Christentum in Rom zur Staatsreligion geworden. Der göttliche Schlaf hat den jungen Männern das Leben gerettet.
Ich kann und muss nicht wirklich glauben, dass sich die Legende wirklich so abgespielt hat. Trotzdem macht sie mir etwas deutlich: Gut schlafen zu können, ist wie ein Geschenk Gottes. Beim Schlafen kann sich mein Körper erholen, mein Kopf kann zur Ruhe kommen und ich kann auch mal aus der Realität fliehen, wenn ich etwas Schönes träume. Und wenn jemand nach langem Grübeln und endlosem Nachdenken am Abend endlich einschlafen kann, dann hat das etwas Erlösendes.
Bei der Übernachtungsparty mit meiner Nichte und meinem Neffen ist übrigens alles glatt gelaufen. Noch bei der Gute-Nacht-Geschichte sind den beiden die schweren Augen zugefallen. Und ich will mir vorstellen, dass – wie auch bei den jungen Christen in der Höhle – in dieser Nacht Gott ganz besonders gut auf sie aufgepasst hat.
Ich wünsche Ihnen, wenn es soweit ist, einen erholsamen und gesegneten Schlaf.
Mein Neffe und meine Nichte haben zum ersten Mal beim mir übernachtet. Die beiden sind fünf und acht Jahre alt. Es war ein toller Abend mit leckeren Dino-Nuggets zum Abendessen und einem gemütlichen Film samt Chips und Gummibärchen. Irgendwann war es Zeit ins Bett zu gehen. Im Vorhinein habe ich mich schon gefragt, wie das wohl klappt. Ob die beiden in einer fremden Umgebung gut einschlafen können, oder ob das Heimweh doch zu groß ist.
Gut schlafen zu können ist ein richtiger Segen. Wer dauerhaft schlecht schläft, weiß was ich meine. Ich jedenfalls fühle mich schon nach einer einzigen unruhigen Nacht am nächsten Morgen wie gerädert.
Es gibt eine christliche Heiligenlegende, in der rettet der Schlaf sogar Leben. Sie klingt erstmal ziemlich abstrus. Das ist typisch für Legenden, sie haben ja oft etwas Sonderbares an sich. Die Geschichte spielt im römischen Reich. Kaiser Decius herrscht über das Gebiet und ordnet an, dass die ganze Bevölkerung den römischen Göttern Opfer bringen soll. Eine Gruppe von sieben jungen Christen weigert sich dagegen. Sie wollen keinen fremden Göttern dienen. Deshalb lässt Decius die Sieben verfolgen. Auf der Flucht verstecken sich die jungen Männer in einer Höhle und bitten Gott um Hilfe. Gott lässt die Jungen tief einschlafen und wacht über sie. Bald finden die Soldaten das Versteck. Aus Ärger lässt der Kaiser die Höhle zumauern, denn die Gruppe soll bei lebendigem Leib begraben werden. Es vergehen ganze zweihundert Jahre, bis die Höhle ganz zufällig geöffnet wird. Und jetzt kommt das Abstruse: in diesem Moment wachen die jungen Christen auf. Sie sind nicht gestorben, sondern haben nur tief und fest geschlafen. Mittlerweile ist das Christentum in Rom zur Staatsreligion geworden. Der göttliche Schlaf hat den jungen Männern das Leben gerettet.
Ich kann und muss nicht wirklich glauben, dass sich die Legende wirklich so abgespielt hat. Trotzdem macht sie mir etwas deutlich: Gut schlafen zu können, ist wie ein Geschenk Gottes. Beim Schlafen kann sich mein Körper erholen, mein Kopf kann zur Ruhe kommen und ich kann auch mal aus der Realität fliehen, wenn ich etwas Schönes träume. Und wenn jemand nach langem Grübeln und endlosem Nachdenken am Abend endlich einschlafen kann, dann hat das etwas Erlösendes.
Bei der Übernachtungsparty mit meiner Nichte und meinem Neffen ist übrigens alles glatt gelaufen. Noch bei der Gute-Nacht-Geschichte sind den beiden die schweren Augen zugefallen. Und ich will mir vorstellen, dass – wie auch bei den jungen Christen in der Höhle – in dieser Nacht Gott ganz besonders gut auf sie aufgepasst hat.
Ich wünsche Ihnen, wenn es soweit ist, einen erholsamen und gesegneten Schlaf.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44021