Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Ich bin Mitglied im Landfrauen Verband Rheinhessen. Ich bin zwar keine Winzerin oder Landwirtin und ich habe auch keinen besonders grünen Daumen. Aber ich habe als Pfarrerin immer wieder erlebt, wie die Landfrauen sich einsetzen für ihren Ort und für die Menschen am Ort. Dass sie besonders schöne und kreative Ideen haben. Das gefällt mir. Und deshalb bin ich stolz darauf, eine von ihnen zu sein.
In dem kleinen rheinhessischen Dorf Selzen haben die Landfrauen zum Beispiel vor Jahren eine Blumenzwiebel-Pflanz-Aktion durchgeführt. Sie haben an einem Wochenende im Herbst über 1000 Blumenzwiebeln in allen möglichen öffentlichen Beeten in ihrem Dorf vergraben. Im nächsten Frühjahr hatten alle im Dorf etwas davon. Von den Tulpen und Narzissen, die mit der Sonne um die Wette gestrahlt und auch bei trübem Frühlingswetter bunte Farben ins Dorf gebracht haben. Und nicht nur einmal. Diese Blumenzwiebel-Pflanz-Aktion war nachhaltig: Bis heute blühen die Tulpen und Narzissen jedes Frühjahr wieder in den Beeten.
Heute ist mir diese Pflanzaktion der Landfrauen wieder eingefallen. Denn heute ist der Pflanz-eine-Blume-Tag. Dieser Aktionstag ist eine Einladung: Pflanz eine Blume im Garten, auf dem Balkon oder noch besser: in einem Beet in Deinem Ort, von dem Du denkst, dass es wirklich mal eine Blume nötig hätte.
Klar, es ist nur eine Blume. Aber wenn ganz viele „nur eine Blume“ pflanzen, dann werden es ganz schön viele Blumen. Viele kleine Hoffnungszeichen. Und aus den vielen kleinen Hoffnungszeichen wird dann ein großes.
Ich glaube fest daran, dass es so ist, wie es in einem Lied heißt: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern, können nur zusammen das Leben bestehn. Gottes Segen wird sie begleiten, wenn sie ihre Wege gehn.“
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