SWR3 Gedanken

28FEB2026
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Meine Mutter spielt in einem Sinfonieorchester und das schon seit 32 Jahren. Sie spielt in der Zweiten Geige. Jedes Jahr gibt es zwei Konzerte, bei denen sie mitspielt und ich versuche, wenn möglich, dabei zu sein. 

Mich fasziniert es, wie viele Menschen da zusammenspielen und wie wundervoll das sein kann. Wie schön es klingen kann, wenn so viele Musikerinnen und Musiker mit ganz unterschiedlichen Instrumenten zusammenspielen. Ein halbes Jahr lang wird jede Woche geprobt und am Ende steht das Konzert. 

Geleitet wird das Orchester von einer Dirigentin. Aber ohne die Musikerinnen und Musiker könnte die Dirigentin nichts machen. Und umgekehrt: wenn die Musikerinnen und Musiker nicht auf die Dirigentin hören würden, dann würde niemand ein Konzert besuchen. Es wäre furchtbar. Es würden zwar alle Noten gespielt, die auf dem Papier stehen, aber es würde nicht schön klingen. Man könnte die Musik nicht genießen. Weil es eben einen gemeinsamen Takt braucht und die Bereitschaft, aufeinander zu hören, achtsam zu sein und Respekt aufzubringen für jedes einzelne Instrument und seinen Spieler. In einem so großen Orchester läuft nicht immer alles reibungslos. Es gibt Unstimmigkeiten und so manchen schrägen und schiefen Ton. Zwischen den Instrumenten und zwischen den Menschen.

Ich denke, dass es in unserem Zusammenleben genau so ist, wie in so einem großen Orchester. Wir können nur harmonisch miteinander leben, wenn wir aufeinander hören und aufeinander achten. Dann kann das Leben sein wie eine wunderschöne Sinfonie. Mit manchen schiefen Tönen. Aber alles in allem wunderschön.

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