SWR3 Gedanken

01MRZ2026
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Zum Holocaustgedenktag im Januar hat Tova Friedman eine Rede im Bundestag gehalten. Diese Rede hat mich tief berührt und immer wieder muss ich an sie und ihre Worte denken. Tova Friedman hat den Holocaust überlebt. Sie ist Jüdin. Deshalb kam sie als Kind mit 5 Jahren ins KZ Auschwitz. Sie sagt über sich selbst, dass sie das Kind ist, vor dem Hitler Angst hatte. Er wollte alle Jüdinnen und Juden töten. Keiner sollte überleben, damit keiner erzählen kann, was für eine Bestie Adolf Hitler war, und was für ein beispielloses Verbrechen er an Jüdinnen und Juden und so vielen anderen Menschen begangen hat. Aber Tova Friedman hat überlebt. Und sie hat sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Sie erzählt heute von dem, was sie damals erlebt hat. Vor allem, um andere Menschen zu warnen, damit so etwas nicht wieder passiert.

Und heute hat sie Angst, dass Ähnliches doch wieder passiert. Weil Hass gegen Jüdinnen und Juden wieder ganz offen gezeigt wird. Sie werden auf der Straße bepöbelt, bespuckt und verprügelt. In New York, Paris und auch bei uns in Deutschland.

Mich hat die Rede von Tova Friedman beeindruckt. Sie sagt, „dass diese Seuche, dass diese Epidemie des Hasses, dieser Antisemitismus sehr, sehr ernst genommen werden muss. Neutralität im Angesicht des Hasses ist keine Neutralität, sondern bedeutet Zustimmung.“

Ich habe mir deshalb vorgenommen, dass ich aufstehen will gegen den Hass. Gegen Hass jeglicher Art: Weil Neutralität angesichts des Hasses nicht möglich ist. In keiner Religion und auch sonst nicht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43979
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