SWR3 Gedanken

09MRZ2026
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Alfred Delp war einer, der genau wusste, was er wollte. Er war Priester aus Mannheim und Widerstandskämpfer im NS-Regime. Jetzt soll er ein „Seliger“ werden. Das ist fast so etwas wie ein „Heiliger“, ein offizielles Vorbild in der katholischen Kirche.

Wie Alfred wohl ausgesehen hat? Auf meinem Bildschirm erscheint so ein leicht verschwommenes Schwarz-Weiß-Foto. Da ist er vielleicht Mitte dreißig. Am Hemd leger ein paar Knöpfe offen, Hosenträger, im Hintergrund ein See. Alfred ist beim Segeln, und er lacht offen in die Kamera. Schon als Vierzehnjähriger war er super selbstbewusst. Er ist katholisch geworden, weil er sich mit seinem evangelischen Pfarrer gestritten hat. Und Alfred war ein Denkertyp, ein paar Jahre Lehrer, später Journalist. Er konnte beides, das Leben leicht nehmen und genießen, aber er war auch kompromisslos. Vor allem wenn es um Politik und soziale Fragen ging. 

In seiner Wohnung haben geheime Treffen stattgefunden, und zusammen mit seinen Verbündeten hat er Pläne geschmiedet, wie Deutschland politisch nach Hitler organisiert sein könnte. Da war er als studierter Philosoph genau der Richtige.

1944 haben die Nazis Alfred Delp in Berlin ermordet, seine Asche wurde einfach auf den Feldern ausgestreut. Niemand sollte irgendwo Spuren von ihm finden. Aber dieser Plan der Nazis ist nicht aufgegangen. An Alfred Delp denken immer noch viele. Es gibt Schulen, die nach ihm benannt sind, oder Pflegeheime und Fördervereine.

Er ist ein starkes Vorbild. Wenn einer so entschieden, mutig und ernsthaft lebt, dann hat das schon viel mit „selig“ zu tun!   

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43949
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