SWR3 Gedanken

25FEB2026
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„Great again“ – endlich wieder großartig sein. Was den Slogan offenbar so attraktiv macht ist, dass Viele sich darin wiederfinden. Großartig sein. Oder wenigstens, sich großartig fühlen. Mal ehrlich: Wer wünscht sich das nicht? Die Frage ist, was das eigentlich heißen soll. Wann bin ich denn großartig? Wenn ich beim Sport auf dem Treppchen oben stehe? So viel Geld wie möglich anhäufe? Im Job meine Konkurrenten kaltstelle? Die Vorstellungen dürften ziemlich auseinandergehen.

Völlig schräg klingt da erstmal, was die Bibel dazu sagt. Wer der Größte sein will, heißt es da, soll der Diener aller sein. Schaue ich mir die Geschichte meiner eigenen Kirche an, dann hat sie das selbst leider nicht immer so ernst genommen. Da gibt’s nämlich neben viel ehrlicher Bescheidenheit auch noch hochwürdige Herren oder Exzellenzen und manche verhalten sich auch so. Der Satz aus der Bibel, der hat da schon was. Weil er subversiv ist. Weil da eine Idee vom Groß-Sein drinsteckt, die einfach großartig ist.

Groß ist danach eben nicht der mit der größten Klappe oder den breitesten Ellenbogen. Groß ist nicht, wer sich am rücksichtslosesten durchboxt. Groß ist, wer sich selbst auch zurücknehmen und andere glänzen lassen kann. Groß ist, wer es schafft, Gegensätze auszuhalten und miteinander zu versöhnen. So, dass daraus am Ende vielleicht wirklich was Großes werden kann. Für alle.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43908
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